Mut machen!

Eine Grundforderung moderner Erziehung
  • Richard Bayer

Zusammenfassung

Es gibt doch viele mutige Kinder, wird man darauf erwidern, andere werden wieder behaupten, es sei doch der größere Prozentsatz, der da mutig, gestützt auf unerschüttertes Selbstvertrauen den Weg ins Leben beginnt! Sehen wir aber näher zu, dann werden wir nur zu bald eines Besseren belehrt; wohl gibt es viele Kinder, denen man auf den ersten Anblick, auf oberflächliche Beurteilung mutiges zielsicheres Auftreten nicht absprechen könnte. Beobachten wir einmal näher, wie sich die „Lebhaften“ benehmen, wenn sich der Lehrer mit anderen, ruhigeren Kindern beschäftigt. Man wird da viele enttäuschte und sogar zornige Gesichter sehen können; sie vertragen nicht, weniger beachtet zu werden. Ja, ist ihnen denn dieses Beachtetwerden so wichtig? Ein Lehrer, der, eine Frage an die Klasse stellend, beobachtet, wie die Kinder darauf drängen, antworten za dürfen, wird sehen, daß die meisten, ja fast alle Kinder den Hauptwert darauf legen, nicht die Antwort zu wissen, sondern sie za sagen, dem Lehrer zu zeigen, was sie können! Bestätigt wird diese Tatsache noch dadurch, daß viele dieser Kinder die Antwort andrer sehr ungern hören, ja sehr oft es besser sagen wollen. (Manche halten sich, wenn andre antworten, sogar die Ohren zu.) Diese Beobachtungen sind alt und durch viele Versuche erhärtet. Fast möchte ich sagen, sie scheinen za einfach, um beachtet za werden.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

Authors and Affiliations

  • Richard Bayer

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