Advertisement

Grundstücksvertiefungen

  • Hans Lieske

Zusammenfassung

Von jeher haben Rechts- und Bauordnungen dem Grundsatz gehuldigt, daß niemand auf seinem Grundstücke ein für das Nachbargrundstück gefährliches oder nachteiliges Verhalten betätigen darf. Darunter fällt aber schon nach römischer Rechtsanschauung unter Umständen das Vertiefen des Erdbodens. Das allgemeine Landrecht suchte solchem Übel durch ein, wie uns heute scheint, recht primitives und dürftiges Verbot zu begegnen; es bestimmte: „erniedrigt jemand seinen Grund und Boden durch Anlegung eines Grabens oder sonst, so muß ein Wall von drei Fuß breit gegen die benachbarte Verzäunung stehen bleiben“. Bei der Beratung des neuen Rechts hat man nun seinerzeit erwogen, ob bei einem Graben in die Tiefe dem Eigentümer, der die ihm durch sein Eigentum gesteckten Grenzen wahrt, die Besorgnis des Nachstürzens des nachbarlichen Erdreichs zuzurechnen ist, oder ob es nicht vielmehr Sache des Nachbars sei, jenem in der Beschaffenheit seines Grund und Bodens begründeten Mangel seinerseits durch zweckdienliche Maßnahmen abzuhelfen. Die Frucht jener Betrachtungen fordert indes auch im Bürgerlichen Gesetzbuch Respekt vor den durch Erdbodenvertiefungen gefährdeten nachbarlichen Interessen. Heutigentags darf ein Grundstück nicht in der Weise vertieft werden, daß der Boden des Nachbargrundstücks die erforderliche Stütze verliert, es sei denn, daß für eine genügende anderweitige Befestigung gesorgt ist (§ 909 BGB.).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Hans Lieske
    • 1
  1. 1.LeipzigDeutschland

Personalised recommendations