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Kautschuk und Guttapercha

  • W. v. Hamm
  • Th. Schwartze
  • H. Wagner
  • J. Zöllner
Part of the Das neue Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien book series (BEGI, volume 5)

Zusammenfassung

Wenn man den Stengel einer Wolfsmilchpflanze abbricht, so erscheint an den Bruchflächen ein dichter, weißer Tropfen; dies ist der sogenannte Milchsaft, welchen viele Gewächse besitzen, und der schon frühzeitig die Aufmerksamkeit des Menschen erregt hat, der ja zunächst alle Erzeugnisse der Schöpfung nur nach ihrem Gebrauchswerth für sein eigenes Dasein zu beurtheilen pflegt. Viele mächtige Bäume in den Tropengegenden bergen denselben in solcher Fülle, das er zum erfrischenden Getränk zu dienen vermag; sie heißen darum auch „Kuhbäume“, „Milch- und Butterbäume“ in anderen hinwiederum enthält der Milchsaft scharfe Gifte, wie in den berüchtigten Manzanillabaum, der nach der Fabel leichtfertiger Reisender im Todesthal der Insel Java wachsen soll, und in den Euphorbien, an welchen er zu einem tödlichen, aber in der Heilkunde gebrauchten Harze eintrocknet. Dies thun überhaupt die Milchsäfte aller Bäume; nur ist die Natur und Beschaffenheit der aus ihnen sich bildenden Harze eine wesentlich verschiedene, Eine große Anzahl von Bäumen nämlich läßt ihren Milchsaft verdicken zu der in der Technik unserer Zeit überaus wichtigen Klasse der Federharze, deren bisher noch nicht eingehend gedacht worden ist. Man versteht aber darunter Körper, welche bei allen übrigen Eigenschaften eines Harzes noch diejenige der Federkraft oder Elastizität besitzen. Die beiden wichtigsten Vertreter dieser Klasse sind das Kautschuk und die Guttapercha, beide eingedickte Milchsäfte tropischer Bäume, beide noch nicht lange von der Industrie benutzt; nichtsdestoweniger bilden gegenwärtig diese zwei Stoffe einen unentbehrlich gewordenen Gegenstand im Haushalt der Völker, und ihre Verarbeitung, ihre technische Verwendung, ihr Allgemeingebrauch hat sich im Verlauf weniger Jahre zu einer Höhe erhoben, wie die Geschichte der Gewerbetätigkeit dies kaum an irgend einem anderen Beispiele darzulegen vermag.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1878

Authors and Affiliations

  • W. v. Hamm
  • Th. Schwartze
  • H. Wagner
  • J. Zöllner

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