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Die Farben und ihre Bereitung

  • Fr. Luckenbacher
  • K. de Roth
  • J. Böllner
Part of the Das neue Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien book series (BEGI, volume 4)

Zusammenfassung

Wer wüßte nicht, wie viel im Menschenleben auf die bloße Außenseite ankommt, welche Summe meuschlicher Bestrebungen sich rein auf die Oberfläche der Dinge bezieht! Demzufolge arbeitet auch eine vielartige Menge technischer Zweige lediglich auf den Schein, auf Farbe und Anstrich. Bedürfniss und Luxus, oder vielmehr ein angeborener Farbensinn, ein besonderes Wohlgefallen an dieser oder jener Farbe führte den Menschen frühzeitig darauf, den Gegenständen seiner Umgebung durch Färben oder Bemalen eine andere, ihm besser behagende Außenseite zu geben, und wir finden schon bei sogenannten wilden Völkern vielfache Färbekünste in Anwendung. Sie erste Anwendung der in der Natur vorkommenden verschiedenfarbigen Erdarten, Pflanzensäfte oder thierischer Produkte, wie Blut, Galle, Sepia u. s. w., haben die Menschen wie es scheint allerwärts in der Tätowirung gemacht, welche theils Schmuck, theils Waffe sein sollte, theils das Vergnügen Anderer an der eigenen Gestalt, theils Furcht erwecken sollte. Zum Theil auch ersetzte die Tätowtrung die Kleidung, und es ist ganz naturgemäß, das da, wo die natürlichste aller menschlichen Hüllen, die Haut, nicht mechr die einzige war, auch dasselbe Bestreben, durch Farben zu wirken, sich auf die künstliche Oberfläche, das Kleid, erstrecken mußte.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1877

Authors and Affiliations

  • Fr. Luckenbacher
  • K. de Roth
  • J. Böllner

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