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Zusammenfassung

Am 29. Oktober 1792, kurz vor seiner Abreise von Bonn, hatte Beethoven von seinem Gónner, dem Grafen Waldstein, folgenden Brief empfangen: „Lieber Beethoven! Sie reisen iút nach Wien zur Erfúllung Jhrer so lange bestrittenen Wúnsche, Mozarts Genius trauert noch und beweint den Tod seines Zóglings. Bei dem unerschópflichen Haydn fand er Zuflucht, aber keine Bescháftigung, durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie Mozarts Geist aus Haydns Hánden. Ihr wahrer Freund Waldstein.“ Daraus ist zu ersehen, daß die Bonner Freunde die gróßten Hoffnungen auf Beethoven seúten; und dieser selbst war sich wohl bewußt, daß man Bedeutendes von ihm erwartete. Voll froher Hoffnungen langte er Anfang November in der Kaiserstadt an der Donau an, um sogleich seine Studien bei Haydn zu beginnen. Fúr seine materiellen Bedúrfnisse schien gesorgt zu sein; denn der Kurfúrst hatte ihm eine namhafte pekuniáre Unterftúßung zugesichert. Aber schon kurz nach Beethovens Abreise mußte der Kurfúrst aus Bonn flúchten. Infolgcdessen stocken die Zarhlungen, und im Herbst 1792 erhielt Beethoven laut einer Tagebuchnotiz statt der versprochenen 100 Dukaten nur 25. Nach 1794 hórten die Zohlungen des Kurfúrsten ganz auf, und Beethosen blieb vorláufig „ohne Gehalt beurlaubt, bis einberufen werden wúrde“. Marimilian Franz verlor schließlich sein Kurfúrftentum und kehrte nach Wien zurúck wo er 1801 starb. So hatte Beethoven gleich am Anfang seines Wiener Aufenthaltes mit finanziellen Sorgen zu kámpfen. Gute Freunde, darunter sein ehemaliger Violinlehrer Franz Ries, scheinen ihm damals úber manche Klippen hinweggeholfen zu haben.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Hans Merian

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