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Germanische Mythologie

  • Hermann Göll

Zusammenfassung

Es läßt sich mit großer Wahrscheinlichkeit voraussetzen, daß die Stammväter der Germanen, nachdem sie sich von den anderen Ariern getrennt hatten und in zmei Strömen die Ehenen Mittteluropa’s und den hohen Norden unseres Kontinents überfluteten, die alten religiösen Anschauungen der Urheimat noch treu bemahrten und vorzugsmeise die lichten Mächte des Himmels verehrten. Darauf deuten schon die hei den alten Skandinafviern erhaltenen Namen der Götter Timas, d. h. die Himmlischen, und Waneis, Wanen, d. h. die Strahlenden, hin. Demgemäg merden Tyr oder Zio, der Himmelsvater, und Thunar, der Blitzgott, den Vorrang behauptet haben. So sagt denn auch Cäsar über die religiösen Vorstellungen der Krieger Ariovist’s aus eigener Ersahrung: „Die Germanen rechnen zur Zahl der Götter nur die, melche sie sehen, und durch deren Segnungen sie offenbar gefördert merden, die Sonne, den Mond und den Feuergott. Von den übrigen haben sie nicht einmal burch Hörensagen vernommen.“ Der Lichtkultus schloß alfo noch die Bermenschlichung der Götter aus. Und so war es noch 150 Jahre später. Daß man Sich auch da noch nicht die Gätter plastisch gestaltete und verbildlichte, bezeugt Tacitus, menner schreibt: „Die Gätter in Tempelmände einzuschließen oder der Menschengestalt irgend ähnlich zu bilden, dies halten Sie für unverträglich mit der Größe der Himmlischen. Wälder und Haine meihen sie ihnen, und mit dem Namen der Gottheit bezeichnen sie jenes Geheimniß, das sie nur im Glauben schauen.“

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1875

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  • Hermann Göll

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