Advertisement

Die Farbstoffe

  • Hans Th. Bucherer
Chapter
  • 15 Downloads

Zusammenfassung

Es ist bekannt, daß das weiße Licht der Sonne sich durch geeignete Vorrichtungen in eine große Zahl von Farben auflösen läßt, durch deren Vereinigung andererseits wieder Weiß entsteht. Die Zerlegung des Lichtes in die sog. Spektralfarben: Rot, Orange, Gelb, Gelbgrün, Grün, Blaugrün, Cyanblau, Indigblau und Violett wird ermöglicht z. B. durch die unterschiedliche Brechbarkeit der im weißen Licht enthaltenen farbigen Strahlen. Von der Gesamtheit der von einer Lichtquelle, etwa von der Sonne, zur Erde gelangenden Strahlen ist für das menschliche Auge aber, wie nähere Untersuchungen ergeben haben, nur ein beschränkter Teil sichtbar, während ein anderer großer Teil vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden kann. Ein ganz analoges Verhalten zeigt bekanntlich unser Ohr gegenüber besonders hohen oder besonders niedrigen Tönen. Wie ferner bei den Tönen die Höhe und damit ihre Wahrnehmbarkeit bedingt ist durch die Zahl der Schwingungen in der Zeiteinheit, also ist es auch bei den Farben.

Notes

Referenzen

  1. 1).
    Die Wellenlänge für Na-Licht (Linie D) beträgt 0,000 5892 mm = 589,2 μμ = 5892 Angström-Einheiten (A.-E.)- Die Schwingungszahl in der Sekunde (math) beträgt für dasselbe Licht (math) = ca. 509 Billionen μμ. Unter einer „reziproken Angström-Einheit”, einer Größe, mit der meist bei graphischen Darstellungen gearbeitet wird, versteht man die Anzahl der Schwingungen auf 1 mm = 106 μμ = 107 A.-E. Für das der Linie D entsprechende gelbe Na-Iicht ergibt sich danach der Wert (math) = ca. 1700 reziproke Angström-Einheiten (r.A.-E.). Für den Beginn des Ultravioletts beträgt die Wellenlänge 400 μμ = 4000 A.-E.; daraus ergeben sich (math) = 2500 Schwingungen auf 1 mm oder 2500 r. A-E. Man findet den Wert für r. A.-E. nach obigem also gemäß der Formel: r.A-E. = (math).Google Scholar
  2. 1).
    Die anderen Möglichkeiten, die sich aus der Erkenntnis der Ergänzungsfarben ohne weiteres ergeben, sind der Einfachheit halber hier nicht berücksichtigt.Google Scholar
  3. 1).
    Ich befinde mich hierbei, worauf ich besonderen Nachdruck legen möchte, in voller Übereinstimmung mit O. N.Witt, dem wir die Grundlagen der hier behandelten Theorie verdanken. (Der Verf.)Google Scholar
  4. 1).
    Diese sog. „Chromosalze” von Hantzsch haben mit den unbeständigen Chromosalzen des zweiwertigen Chroms nichts zu tun.Google Scholar
  5. 1).
    Diese Einteilung der Farbstoffe vom färberischen Standpunkte wird nicht maßgebend sein bei der Anordnung des Stoffes in den die synthetische Darstellung behandelnden Abschnitten, für die rein chemische Erwägungen entscheidend sind.Google Scholar
  6. 1).
    Die heute vielfach noch übliche Art der Veranschaulichung von Farbstoffsynthesen, wobei man den überflüssigen Wasserstoff, mit der entsprechenden Menge Sauerstoff zu Wasser vereinigt, einfach austreten läßt, etwa in folgender Weise: sollte als überwunden aufgegeben werden, weil sie den tatsächlichen Vorgängen in keiner Weise Rechnung trägt. Sie erweckt bei dem Neuling auf diesem Gebiete vollkommen irrige Vorstellungen über den Mechanismus der Farbstoffsynthesen, die später nur schwer wieder auszurotten sind, während die Erkenntnis des weitgehenden Parallelismus der Synthesen auf großen Gebieten (siehe oben) das eindringende Verständnis der chemischen Vorgänge wesentlich erleichtert.Google Scholar
  7. 1).
    Diese Säurefarbstoffe der Anthracen- oder Anthrachinonreihe sind nicht zu verwechseln mit den gleichfalls sehr wichtigen sog. Säurealizarin- oder Säureanthracenfarbstoffen, die zur Klasse der nach-chromierbaren Azofarbstoffe gehören, also mit den obenerwähnten An-thracenderivaten nichts zu tun haben.Google Scholar
  8. 1).
    Diese beiden Farbstoffe sind nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Alizarinschwarz aus 1, 5-Dinitronaphtalin (siehe S. 353).Google Scholar
  9. 1).
    Der Ausdruck „Chromogen” findet in letzter Zeit hie und da eine mißbräuchliche Anwendung an Stelle des Begriffes „Azokomponente”. Es wäre zu wünschen, daß Bezeichnungen, die bisher allgemein nur ganz bestimmten Verbindungen vorbehalten worden sind, nicht willkürlich auf Substanzen Anwendung finden, denen sie nicht zukommen.Google Scholar
  10. 1).
    Die Bezeichnung „Induline” wird vielfach auf technische Produkte angewandt, die tatsächlich keine Induline sind. Auch Farbstoffe, wie die wichtigen Indulinscharlache, sind keine eigentlichen Induline. Die Technik verfährt, übrigens nicht aus Unkenntnis, bei der Namengebung für Farbstoffe in sehr willkürlicher Weise, weshalb man aus den Namen technischer Produkte niemals mit Sicherheit auf die Konstitution oder Klassenzugehörigkeit der Farbstoffe schließen darf. Vielfach auch werden Farbstoffe sehr verschiedener Art mit gleichen oder ähnlichen Namen belegt. Trotz der Verwirrung, die dadurch entstehen kann, wird man der Technik nicht zumuten können, diesen alten Brauch, ihren Produkten willkürliche Phantasienamen beizulegen, zugunsten sprachlicher Richtigkeit aufzugeben. Um so mehr Veranlassung zur Genauigkeit besteht auf diesem Gebiet bei rein wissenschaftlichen Bezeichnungen.Google Scholar
  11. 1).
    Das Catechin ist daher an sich kein Farbstoff, geht aber durch Oxydation leicht in gefärbte Produkte über. Nach Freudenberg ist die hervorstechendste Eigenschaft der Catechine ihre Fähigkeit, sich durch Fermente oder Mineralsäuren, auch schon durch bloßes Erhitzen in wässeriger Lösung oder in trocknem Zustande, mit oder ohne Luft Sauerstoff, zu amorphen Gerbstoffen zu kondensieren, deren unterste Stufen farblos und wasserlöslich, deren letzte, als Gerbstoffrote (Phlobaphene) bezeichnete, unlöslich und mehr oder weniger gefärbt sind.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Hans Th. Bucherer
    • 1
    • 2
  1. 1.Technischen Hochschule DresdenDeutschland
  2. 2.Technischen Hochschule BerlinDeutschland

Personalised recommendations