Advertisement

DieZwischenproduktederTeerfarbenfabrikation

  • Hans Th. Bucherer
Chapter
  • 13 Downloads

Zusammenfassung

Ehe wir mit der Schilderung der Reaktionen beginnen, die dazu dienen, die im Teer enthaltenen Ausgangsmaterialien in die Zwischenprodukte für die Farbenfabrikation überzuführen, seien einige Bemerkungen vorausgeschickt über den Benzolkern, die Substitution des Benzolkerns und die Isomerieverhältnisse.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

Referenzen

  1. 1).
    Ein besonderer, technisch nicht unwichtiger Fall betrifft die Herstellung der gemischten, aliphatisch-aromatischen Alkohole aus den entsprechenden Halogen Verbindungen (siehe S. 241 ff.).Google Scholar
  2. 2).
    Über den Austausch von Chlor in o-Chlor-Diazoniumverbindungen gegen die Hydroxylgruppe siehe Näheres S. 225 f.Google Scholar
  3. 1).
    Man spricht in dieser Beziehung von 10er, 23er, 60er, 80er Oleum; es sind das Mischungen aus H2SO4 und freiem SO3, in den enthalten sind 10%, 23%, 60%, 80% usw. freies S03. Die Prozentzahlen geben also an, wieviel Prozent freies SO3 in diesen Gemischen zu finden sind. Diese Mischungen von Monohydrat und SO3 weisen bezüglich der Schmelzpunkte gewisse Eigentümlichkeiten auf. Es gibt einzelne Oleummischungen, z. B. solche mit 30–55% oder mit >70% SO3, die bei niedrigen Temperaturen, etwa +10°, bereits fest.sind, derart, daß Schwierigkeiten beim Gebrauch eines solchen Oleums entstehen können, da es vor seiner Verwendung wieder geschmolzen werden muß, während z. B. das viel benutzte 23 er Oleum erst bei — 4° erstarrt.Google Scholar
  4. 1).
    H2SO4 von 95% enthält auf 98 g H2SO4 ca. 5,158 g H2O. Wenn man daher 1 Mol. C6H6 mit 5 Mol. H2SC4 von 95% sulfoniert, so erhält man 1 Mol. C6H5 • SO3H + 1 Mol. H2O + 5,158 g H2O + 4 Mol. H2SO4 von 95%. Es entsteht also bei obiger (quantitativ verlaufend gedachter) Sulfonierung ein Gemisch aus 158 g Benzolsulfonsäure, C6H5 • SO3H, + 4 × 98 g H2SO4 + (5 × 5,158 + 18) g H2O. Das Verhältnis von Schwefelsäure zu Wasser entspricht daher 392 zu 43,79. Demnach ist die Schwefelsäure durch die Sulfonierung des Benzols zur Mono-sulfonsäure in ihrem Gehalt heruntergegangen von 95% auf etwa 90%, wobei von der tatsächlichen weiteren Verdünnung durch die 158 g Benzolmonosulfonsäure gänzlich abgesehen ist. Man ersieht jedenfalls hieraus, daß die Schwefelsäure durch die Sulfonierung ganz beträchtlich verdünnt wird. Dies ist in erhöhtem Maße der Fall, wenn man die Sulfonierung nicht, wie oben angenommen, mit 5 Mol., sondern nur etwa mit 4, 3 oder gar 2 Mol. Schwefelsäure bewirkt, wie dies in vereinzelten Fällen in der Technik üblich ist.Google Scholar
  5. 1).
    Man wird also vorliegendenfalls zu prüfen haben, was das billigere ist, 1 Teil Oleum oder die 2–3 Teile Monohydrat, die man statt seiner mehr braucht, wobei u. U. auch der zur Neutralisation der Sulfonierungsschmelze erforderliche Kalk zu berücksichtigen ist.Google Scholar
  6. 1).
    Der Eintritt in die 1- oder 5-Stellung ist deshalb ausgeschlossen, weil Sulfogruppen nur unter ganz besonderen Umständen in o-Stellung zueinander treten ; die Entstehung der 1, 2, 6- = 2, 5, 6-Säure kommt daher nicht in Betracht; die 2, 4, 6- und 2, 6, 8-Säure sind identisch miteinander und mit der 1, 3, 7-Säure.Google Scholar
  7. 1).
    Über die Nitrierung von Phenolen der Naphtalinreihe, z. B. α-Naphtol, siehe S. 160.Google Scholar
  8. 1).
    Die Säure wird C-Säure genannt, wohl weil die Firma Leopold Cassella & Co. sie sozusagen technisch „entdeckt” und benutzt hat zur Herstellung von Azofarbstoffen, nachdem sie längere Zeit hindurch als unerwünschtes Nebenprodukt stiefmütterlich behandelt worden ist.Google Scholar
  9. 1).
    Die Chromotropsäure hat ihren Namen von dem griechischen Wort Chroma = die Farbe und trepein = wenden, ändern, weil insbesondere die Monoazofarbstoffe dieser Chromotropsäure tinter der Einwirkung von Metallsalzen, vor allem der Chromisalze und der Chromate, ihre Farbe ändern (siehe oben).Google Scholar
  10. 1).
    Diese Phenylsulfaminsäure ist von Bamberger erhalten worden durch die Einwirkung von Schwefliger Säure auf Phenylhydroxylamin:Google Scholar
  11. 1).
    In der Technik der Teerfarbenzwischenprodukte pflegt man einen scharfen Unterschied zwischen den Sulfonsäuren und den entsprechenden sauren und neutralen (Na-) Salzen nicht zu machen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Unterschiede zwischen den Salzen und den zugehörigen Säuren meist so unerheblich sind, gegenüber den Unterschieden selbst zwischen isomeren Säuren, daß sie praktisch nicht ins Gewicht fallen. Aus diesem Grunde scheint es mir unbedenklich, von Sulfonsäuren oder kurzweg von Säuren zu sprechen, auch in solchen Fällen, in denen, wie im vorliegenden, Salze gemeint sind, ohne daß gerade der Base eine besondere Bedeutung zukommt. Abgesehen davon ist es aber wegen der sehr unterschiedlichen Acidität der Sulfonsäuren und der Abhängigkeit der Salzbildung von der Beschaffenheit des Mediums (Gleichgewichte !) im Einzelfalle vielfach auch nicht ganz leicht* su sagen, in welcher Form die betreffende Benzol- oder Naphtalinsulfonsäure tatsächlich vorliegt.Google Scholar
  12. 1).
    Die ältere, nach unseren jetzigen Konstitutionsauffassungen nicht mehr ganz korrekte Bezeichnung „Diazoverbindung” wird der Kürze halber vielfach noch neben der richtigen und besseren Bezeichnung „Diazoniumverbindung” benutzt.Google Scholar
  13. 1).
    Die Pikrinsäure hat ihren Namen wegen ihres bitteren Geschmacks (pikrós = bitter).Google Scholar
  14. 1).
    Von A. Crum Brown unci J. Gibson ist „zur Bestimmung, ob ein gegebenes Benzolmonoderivat ein Meta-Di-Derivat oder ein Gemisch des Ortho-und Paraderivates liefert”, die Regel aufgestellt worden: „Wenn die Wasserstoffverbindung des Atoms oder Radikals, welches im Monoderivat in den Benzolkern getreten ist, nicht direkt, d.h. in einer Operation, zu der entsprechenden Hydroxylverbindung oxydiert werden kann” (wie z. B. bei Cl, Br, CH2, NH2, OH, CCl3, CH2-COOH), „so entstehen bei weiterer Substitution o, p-Öerivate, im anderen Falle m-Derivate” (wie z. B. bei NO2, COH, COOH, SO3H, CO • CH3).Google Scholar
  15. 1).
    In den Jahren kurz vor dem Kriege ist der Preis, der durchschnittlich etwa 1,10 Mk. für 1 kg betrug, erheblich unter 1 Mk. heruntergegangen, während er in besonders günstigen Zeiten bisweilen über 1,50 Mk. gestiegen ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Hans Th. Bucherer
    • 1
    • 2
  1. 1.Technischen Hochschule DresdenDeutschland
  2. 2.Technischen Hochschule BerlinDeutschland

Personalised recommendations