Advertisement

Der Steinkohlenteer, seine Gewinnung und Verarbeitung

  • Hans Th. Bucherer
Chapter
  • 14 Downloads

Zusammenfassung

Schon der Umstand, daß unter allen Farben die Teerfarbstoffe oder Steinkohlenteerfarben die größte und technisch bei weitem wichtigste Gruppe bilden, läßt erkennen, welche Bedeutung dem Teer bei der Betrachtung des hier zu besprechenden Gebietes der chemischen Technik zukommt. Der Begriff „Teer” ist allerdings so vielseitig, daß es notwendig erscheint festzustellen, welche Art von Teer als Ausgangsmaterial für die Teerfarben in Betracht zu ziehen ist.

Notes

Referenzen

  1. 1).
    Der ganze Vorrat der Erde an Kohlen wird auf 3000 Milliarden t geschätzt, so daß wir danach also bei der bisherigen Förderung noch 2500 Jahre auf Kohlen rechnen könnten. Nach anderen Angaben sollen die Vorräte sogar 7—8000 Milliarden t betragen. Allerdings werden die Schwierigkeiten der Förderung bei zunehmender Tiefe immer größer werden. Die Kohlen sind zudem sehr ungleichmäßig unter der Erdoberfläche verteilt. Aber der Vorrat, den wir in Deutschland haben (ca. 410 Milliarden t Steinkohlen und ca. 13 Milliarden t Braunkohle) reicht schätzungsweise 3000 Jahre, während derjenige von England nur 700 Jahre ausreicht und selbst der nordamerikanische nur auf eine Dauer von 1700 Jahre geschätzt wird; er würde danach in England und in den Vereinigten Staaten schneller erschöpft sein als in Deutschland. Wie man aus obigen Zahlen ersieht, erzeugte Deutschland vor dem Kriege (außer etwa 90 Mill, t Braunkohle) ungefähr den 7. Teil sämtlicher Steinkohle.Google Scholar
  2. 1).
    Die gesamte deutsche Benzolerzeugung betrug nach den darüber vorliegenden Angaben: (table)Google Scholar
  3. 1).
    Im Jahre 1911 hatte sich das Verhältnis ein wenig zu Gunsten des Ammonsulfats verschoben. 1 kg Ammonsulfat-Stickstoff kostete M. 1,36; 1 kg Salpeter-Stickstoff kostete hingegen nur M. 1,21.Google Scholar
  4. 2).
    Darunter bereits 30000 t (NH4)2SO4 nach dem Verfahren der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik.Google Scholar
  5. 1).
    Nach anderen Angaben betrug die Teererzeugung in den Vereinigten Staaten: 1902: 230 000 t 1903: 269 000 t 1905: 355 000 t und zwar 195 000 t aus Gasanstalten 160 000 t aus Kokereien 1908: 600 000 t und zwar 300 000 t aus Gasanstalten 300 000 t aus Kokereien.Google Scholar
  6. 1).
    Man hat auch vorgeschlagen, man solle die Stadt London in der Weise beleuchten und beheizen, daß man die Kohlen, statt sie nach London zu befördern und dort zu vergasen, an der etwa 250 km von London entfernten Stelle, wo sie gefördert werden, verkokt und das Überschußgas in vier Rohrleitungen unter hohem Druck nach London leitet. Der Vorschlag ist ernstlich gemacht und durchgerechnet worden, und der Versuch würde sich nach Ansicht der Sachverständigen auch lohnen. Der Selbstkostenpreis für 1 cbm des Gases sollte sich dabei auf 2—3 Pfg. stellen, und der Verkaufspreis würde 12—13 Pfg. betragen.Google Scholar
  7. 2).
    Das Ideal von Siemens war, den Vergasungsprozeß der Kohlen in die Bergwerke hinein zu legen, die Kohlen also direkt an Ort und Stelle zu verarbeiten, die Abgase in der eben angegebenen Weise zu verwerten und den starken Auftrieb der spezifisch leichten Gase bei ihrer Versendung zu benutzen.Google Scholar
  8. 1).
    Unter 90er-Benzol versteht man ein Benzol, das bei der Destillation bis zur Temperatur 100° 90% Destillat liefert; destilliert man also 100 kg 90erBenzol und treibt die Temperatur allmählich bis auf 100°, so gehen bis 100° 90 kg über. Das hierbei erhaltene Destillat ist natürlich noch nicht reines Benzol, sondern es enthält noch reichlich Toluol 50er-Benzol heißt: das Benzol gibt, wenn man bis auf 100° erhitzt, 50% Destillat. Nuller-Benzol (Oer-Benzol) ist ein Benzol, das, bis auf 100° erhitzt, kein Destillat gibt, sondern erst bei Temperaturen über 100° siedet. Es enthält demnach nur geringe Mengen von Benzol selbst, dagegen die höher siedenden Homologen (Toluol, Xylole usw.).Google Scholar
  9. 1).
    S. B. = Handeis-Schwerbenzol.Google Scholar
  10. 2).
    Neutrales Naphtalinöl ist eine Bezeichnung, die den Rückstand angeben soll.Google Scholar
  11. 1).
    In einem großen — Gefäß, das sich im Bedarfsfalle anwärmen läßt, befinden sich unter dem Flüssigkeitsspiegel Walzen, durch die die Pappe hindurchgeführt wird. Auf diesem Wege wird sie mit Teeröl durchtränkt, dann mit Sand bestreut, getrocknet und schließlich in der bekannten Form von Rollen in den Handel gebracht.Google Scholar
  12. 1).
    Man sieht übrigens auch hier wieder, daß Nebenprodukte, die zunächst nur wissenschaftliches Interesse hatten, unter Umständen doch zu großer technischer Bedeutung gelangen können. Ähnlich verhält es sich mit dem Karbazol (siehe unten), das bisher als ein sehr lästiger Begleiter des Anthracens angesehen werden mußte, und das nun ein wichtiges Material zur Herstellung wertvoller blauer Küpenfarbstoffe geworden ist, die in einzelnen Beziehungen dem Indigo sogar überlegen sind.Google Scholar
  13. 1).
    Man nimmt zur Titration eine Bromlauge, die folgende Zusammensetzung hat: 5 KBr + KBrO3 + 3H2SO4, also eine Mischung aus Kaliumbromid, Kaliumbromat und Schwefelsäure. Die Schwefelsäure setzt die Bromwasserstoff säure und die Bromsäure in Freiheit; alsdann entsteht freies Brom nach der Gleichung HBrO3 + 5HBr → 6 Br + 3 H2O, und zwar werden die Mengenverhältnisse dieser Bromlösung so geregelt, daß 8 g Brom in 1 Liter enthalten sind.Google Scholar
  14. 1).
    Man erwärmt also das Naphtalin so lange, bis es nahezu geschmolzen ist, steckt dann das Thermometer hinein und beobachtet, bei welcher Temperatur die Kristallisation beginnt. Selbst wenn das Naphtalin anfänglich unterkühlt ist, tritt später beim Kristallisieren eine Steigerung der Temperatur bis zum Erstarrungspunkt ein, so daß man eine ganz sichere Kontrolle hat. Bei Naphtalin spielt auch der Geruch eine große Rolle. Weiterhin soll Naphtalin, wenn es auf Papier liegend sich verflüchtigt, keine Flecken hinterlassen, weder farbige noch ölige. Ferner soll es nicht irgendwie gefärbt, sondern weiß sein ; und bei der Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure darf es sich gleichfalls nicht färben.Google Scholar
  15. 2).
    Zur quantitativen Bestimmung des Anthracengehaltes im Rohanthracen oxydiert man das Rohanthracen, in Eisessig gelöst, mit Chromsäure. Das entstandene Rohanthrachinon wird mit Wasser und Natronlauge ausgewaschen, um die Karbonsäuren, die sich als Nebenprodukte gebildet haben, zu entfernen. Dann wird das Anthrachinon sulfoniert mit einer 15% SO3 enthaltenden Schwefelsäure; dadurch werden die oxydierten Verunreinigungen sulfoniert, während das Anthrachinon unangegriffen bleibt. Die wasserlöslichen Sulfonsäuren werden durch Auswaschen mit Wasser und Kalilauge entfernt, das Anthrachinon bleibt in ziemlich reiner Form zurück und kann nach der Sublimation quantitativ bestimmt werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Hans Th. Bucherer
    • 1
    • 2
  1. 1.Technischen Hochschule DresdenDeutschland
  2. 2.Technischen Hochschule BerlinDeutschland

Personalised recommendations