Ueber die diätetisch-mechanische Behandlung der Kreislaufs-Störungen

  • Max Oertel

Zusammenfassung

Das Heilverfahren, das von mir in seinen Grundzügen vor 12 Jahren im eigenen Interesse entworfen und ausgearbeitet wurde, hat zuerst, bevor ich selbst nach 10jähriger Durchprüfung dasselbe der Oeffent-liehkeit übergab, unter fremdem, dann später unter meinem eigenen Namen die Aufmerksamkeit der Aerzte auf sich gezogen, und auch einige Popularität erlangt.

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Notes

  1. 1).
    Ich muss der Kürze halber obige Bezeichnung für die hier in Frage kommenden Druckerscheinungen im Gefässsystem, besonders auf die Gefässwände, bis eine bessere Bezeichnung gefunden wird, beibehalten. Unter Haemostase, vor Allem aber unter Haemodynamik verstehen wir ganz andere physikalisch-physiologische und pathologische Vorgänge, als jene die nach eingetretener Störung in der Blutbewegung durch Abnahme der Herzkraft, durch ungleiche Blutvertheilung, arterielle Anaemie, und aus der Schwere der immer mehr anwachsenden venösen Blutsäulen und der Ueber-lastung des Capillarnetzes und der Venen im Ver-hältniss zum Normalen resultiren.Google Scholar
  2. 2).
    An der Art. radial, gemessen.Google Scholar
  3. 3).
    An einem Curorte, der vorzüglich von Kranken, die an Fettsucht leiden, besucht wird, bestimmt man gegenwärtig, um nicht meine Einrichtungen anzunehmen, die Arbeitsaufgabe nicht durch Zutbeilung einer genau abgesteckten Wegesstrecke auf Curwegen von verschieden ausgewählter Steigung, sondern lässt den Kranken gehen oder steigen, wo und soweit er eben kann oder glaubt’ dass es seine Kräfte gestatten. Es ist das ein principieller Fehler, der nicht nur von grosser sachlicher Unkenntniss zeugt, sondern geradezu Gefahren in sich birgt, die ich vor Allem durch die Errichtung der Terrain-Curorte zu vermeiden gesucht habe. Während die einen bequemen und trägen Kranken bei solcher Arbeitszutheilung nie zu einer nothwendigen Muskelarbeit durch die Steigbewegung kommen, werden andere zu Eifrige die Aufgabe nur zu leicht über ihre Kräfte ausdehnen. Die Gefahr einer Ueberanstrengung liegt also gerade in diesem unüberlegten Verfahren. Die daselbst ausserdem eingeführte Bemessung der Aufgabe durch einen Schrittzähler leidet hauptsächlich an dem Mangel, dass keines von diesen Instrumenten bei gewöhnlichem Gehen ohne heftige Körpererschütterung auch nureinigermassen zuverlässig ist. Bei meinen Untersuchungen über das Verhältniss zwischen Zeit und Schritt beim Begehen bestimmter Wegesstrecken in der Ebene und auf Bergwegen (Spitzingpass bei Schliersee) benützte ich sechs solcher Instrumente. und führte schliesslich die Bestimmung durch directe Zählung der Schritte aus, da ich bei 3000–4000 Schritten über 600–800 also 20–80 % weniger erhielt, also die Registrirungkaum einer approximativen Schätzung gleich kam und keinenWerth hatte. (Vergleich hiezu: „Ueber Terraincurorte etc.” S. 15 u. S. 68.) Durch die jetzt ganz vorzüglich ausgeführten Ter-raincur-Karten (Meran, Ischl, Reichenhall etc.) ist der Kranke jeder Zeit in der Lage, sich über die Steigungsvernältnisse der Curwege und die vorgeschriebene Wegesstrecke zu orientiren und irr-thumslos seine Wahl zu treffen.Google Scholar
  4. 1).
    Wie ich gleichfalls schon wiederholt ange-geben, wird während dieser 4 Beobachtungstage die Quantität und Qualität der festen Speisen, welche der Kranke aufnimmt, annähernd die gleiche sein müssen, um den Wassergehalt derselben bei der Berechnung ohne grossen Fehler eliminiren zu können.Google Scholar
  5. 1).
    Hierher bezüglich möchte ich folgende Beobachtung mittheilen : Fr. M. IL aus L. in Pommern, 66 Jahre alt, ca. 50 k schwer, an Insuffizienz der Mitralis und Compensations-Störungen leidend, hat viele (8–10) Monate lang innerhalb 24 Stunden nie mehr als 200–300 ccm Flüssigkeit den Tag über aufgenommen, später nach einer mir unbedingt notwendig erscheinenden, aber ungern angenommenen Erhöhung gleichfalls wieder 2 Monate lang nur 450–700 ccm Flüssigkeit, ohne dass ich bei lang fortgesetzter Untersuchung Eiweiss im Harn con-statiren konnte oder die geringste Erscheinung von einer Reizung der Nieren oder der Blase vorhanden war.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1888

Authors and Affiliations

  • Max Oertel
    • 1
  1. 1.Universität zu MünchenDeutschland

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