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Zusammenfassung

Obwol wir von Beobachtungen der Alten über die chemische Wirkung des Lichtes nur wenig wissen, dürfte es doch ausser Zweifel sein, dass die Egypt er, welche naturwissenschaftliche Kenntnisse besassen, ebenfalls die Wirkung des Lichtes auf gewisse Körper, z. B. aufpflanzen, erforscht haben, wenn auch die Geschichtschreiber uns keine einzige derartige Angabe zu überliefern vermögen1).

Literatur

  1. 1).
    Was die Geschichtschreiber versäumt, hat die Analyse nachgeholt. Nach den Unter Buchungen Herapath’s haben die Egypter sogar die Eigenthümliehkeit des salpetersauren Silberoxyds: sich am Lichte zu schwärzen, zur Hervorbringung einer unzerstörbaren Schrift benutzt. Wenigstens hat Herapath in der Leinwand, welche die Mumien umhüllte, jedesmal Silber gefunden, wenn sie mit Hieroglyphen bedeckt war.Google Scholar
  2. 2).
    Marcus Vitruvius Pollio, aus Verona, war der Baumeister des Kaisers Augustus (30 v. bis 14 n.Chr.). Sein Werk, „De architectura“ (über die Baukunst), ist uns theilweise erhalten.Google Scholar
  3. 3).
    Fabeicius beschreibt in seinem Buche „de rebus metallicis“ ein Silbererz,. Hornsilber genannt, weil es die Farbe und Durchsichtigkeit des Horns hat. Es ist geschmeidig, lässt sich mit dem Messer schneiden und geht am Lichte vom Gelblichgrauen in’s Violette und Schwarze über. Das Hornsilber (Kerat), ein natürlich vorkommendes Chlorsilber, ist eine mineralogische Seltenheit.Google Scholar
  4. 4).
    Scheele, geb. am 9. Dec. 1742 zu Stralsund, war ein’s jener wunderbaren Genies, welche bei jedem Schritte neue Entdeckungen machen. In seiner berühmten Abhandlung „über Luft und Feuer“ wird die oben angeführte Beobachtung-mitgetheilt. Scheele † 1786, erst 44 Jahre alt, in Koeping.Google Scholar
  5. 5).
    Pbo 2, franz. „oxide puce de plomb“ oder „bi-oxide de plomb“.Google Scholar
  6. 6).
    Diese A enderung in der Brechbarkeit der einfachen Farben bezeichnete Stokes mit dem Namen „Fluorescenz“, weil das Fluorcalcium sie in besonders hohem Grade zeigt. Wer einige Stücke von der wohlzerkleinerten Rinde der Rosskastanie in Wasser bringt und durch ein Brennglas das Sonnenlicht auf die Oberfläche des Wassers fallen lässt, sieht in der sonst farblosen Flüssigkeit einen Lichtkegel vom herrlichsten Himmelblau erscheinen. Die Aeskulinlösung „fluorescirt“. Näheres bei „Pisko, Fluorescenz des Lichtes“. Ueber die phot. Verwendbarkeit dieser Erscheinung siehe: „Agenda desprakt. Photographen von K. de Roth und Otto Spamer“. 1863.Google Scholar
  7. 7).
    Diese Vereinigung geht auch im zerstreuten Lichte, doch nur langsam, vor sich. de R. Google Scholar
  8. 8).
    Im Original steht Niépce, eine Schreibweise, die von der Familie Niepce, wenigstens im Druck, niemals gebraucht wurde. Niepce de St. Victor schreibt seinen Namen in allen seinen Werken ohne Accent. Joseph Niepce wurde am 7. März 1765 in Châlons-sur-Saône geboren, er starb voll Verzweiflung am Erfolge seiner Bestrebungen, am 5. Juli 1833.Google Scholar
  9. 9).
    Daguerre , geb. am 18. Nov. 1787, erfand das Diorama und legte den Schlussstein zurEntdeckung der Lichtbildnerei. Geehrt und belohnt starb er auf seinem Landsitze bei Paris, am 10. Juli 1851.Google Scholar
  10. 10).
    Siehe „Major Russell’s Tanninverfahren. Ausführliche Anleitung, mit geringen Kosten sehr empfindliche trockene Platten und transparente Photographien von wundervoller Tonahstufung zu erzielen. Bearbeitet von K. de Koth. Leipzig bei Otto Spamer. 10 Silbergr.“Google Scholar
  11. 11).
    Niepce hat in seinem fünften Memoire über Heliochromie vor Kurzem der Akademie der Wissenschaften mitgetheilt, dass es ihm gelungen sei, die Farben drei oder vier Tage im Monat Juli in vollem Lichte unverändert zu erhalten durch Anwendung eines Benzoëfirnisses.Google Scholar
  12. 12).
    In Deutschland ist neuerdings eine interessante Schrift von H. Geblach, Professor der Anatomie und Physiologie in Erlangen, erschienen, worin der berühmte Verfasser an jeden Mikroskopiker die Anforderung stellt, dass er mit der photo-graphischen Technik vertraut sei, eine Anforderung, welche in Deutschland, wo man nur allzugern auf der breitgetretenen Bahn des Schlendrians einherwandelt, schwerlich so bald in Erfüllung gehen dürfte. Siehe „G’s. Photographie, als Hülfsmittel mikrosk. Forschung. Leipzig 1863.“Google Scholar
  13. 13).
    In französischen Werken wird das Aequivalent des Goldes mit 98,22 angegeben, während deutsche Chemiker 196,4, oder Au2 = Au, annehmen.Google Scholar
  14. 14).
    Mit der Bezeichnung Densimeter oder Dichtigkeitsmesser (von densus,-a,-um = dicht) ist ein Aräometer zur Bestimmung des spez. Gewichtes gemeint. Da der Ausdruck ähnlichen aus klassischen Sprachen analog ist, wie z. B. Thermometer, Barometer, Mikrometer u. s. w., so lässt er sich passend beibehalten. — Uebrigens sollte man derartige Instrumente nie gebrauchen, ohne sich zuvor von der chemischen Eeinheit der zu prüfenden Flüssigkeit überzeugt zu haben.Google Scholar
  15. 15).
    Nach der von deutschen Chemikern angenommenen Aequivalentzahl müsste die Berechnung eine andere werden, wenn nicht Au2, d.h. zweimal 98,22, gleich 196,5 wären, also die französische Formel, indem sie Au 2 statt Au setzt, der deutschen Ausdrucks weise Au Cl 3 , HCl gleichbedeutend würde.Google Scholar
  16. 16).
    Es thut nicht gerade Noth, den Tiegel jedesmal zu zerschlagen; vielmehr ist es wünschenswerth, dass er recht lange vorhalte, weil jeder neue Tiegel eine ziemliche Menge Silber absorbirt, während der alte sich nach und nach mit Silber inkrustirt und dadurch haltbarer wird. Geht er aber endlich entzwei, so lohnt es sich wenigstens der Mühe, ihm seine Silberbeute wieder abzujagen.Google Scholar
  17. 17).
    Früher hielt man das Pyroxylin für ein Salz der Salpetersäure. Hapow hat zuerst nachgewiesen, dass gar keine Salpetersäure darin vorkommt, sondern mu-eme niedrigere Oxydationsstufe der Salpetersäure: die Untersalpetersäure. Diese Untersalpetersäure ersetzt entsprechende Wasserstoffäquivalente in der Baumwolle, die dadurch zu Nitrocellulose oder Schiessbaumwolle gemacht wird. — Ausführlichere Angaben findet der Leser in der „Agenda des prakt. Photogr. von K. de Roth und O. Spamer. Zweiter Jahrg. 1863.“Google Scholar
  18. 18).
    Das Aceton ist ein Zersetzungsprodukt der Essigsaure. Wenn diese in Dampfform durch eine mit Kohlenstückchen angefüllte Röhre aus Porzellan geleitet wird, welche man im schwachen Glühen erhält, zerfällt sie in Kohlensäure und Aceton. Bei der trocknen Destillation von wasserfreien essigsauren Salzen, z. B. des essigsauren Bleioxyds, wird ebenfalls Aceton gewonnen. Es ist eine neutrale, leichtflüssige, farblose, geistige Flüssigkeit von durchdringendem Gerüche und brennendem Geschmacke.Google Scholar
  19. 19).
    Der Verfasser hat, obwol er oben darauf hindeutete, scheinbar vergessen, eine eigentümliche Wirkung der Schwefelsäure hervorzuheben: wir meinen den „pergamentirenden“ Einfluss, den sie auf die Baumwollenfaser ausübt, indem sie dieselbe in analoger Weise verändert, wie das Papier verändert wird, wenn man es einige Sekunden auf Schwefelsäure schwimmen lässt. — (Siehe die Abhandlung: „Ueber die Bereitung der Collodiumwolle“ in der „Agenda für den prakt. Phot, von K. de Koth und Otto Spamer.“Google Scholar
  20. 20).
    Mit dem. Namen Gummilack oder Lack wird ein Baumsaft bezeichnet, der in Folge von Insektenstichen aus manchen Bäumen Indiens (Ficus religiosa und indica) fliesst und an der Luft eintrocknet. Im rohen Zustande heisst er Stock-lack, nach Extraktion des Farbstoffes Schellack. Der ungebleichte Schellack hat eine gelbliche, der gebleichte eine weisse Farbe. Weitere Belehrung giebt das treffliche Werk: „Photographisches Lexikon von Dr. Jul. Schnauss. Zweite Auflage. Leipzig 1863.Google Scholar
  21. 21).
    Als Lutum oder Bindemittel kann man in diesem Falle Lehm gebrauchen, worauf der Name (Lutum = Koth, Lehm) schon hinweist.Google Scholar
  22. 22).
    Ich habe schon früher (s. Major Russel’s „Tanninverfahren“) darauf aufmerksam gemacht, dass beim alleinigen Gebrauche obigen Firnisses die Collodiumschicht häufig verdorben wird, und deshalb ein vorheriges Gummiren empfohlen. Neuerdings hat Herr Hermann Vogel dieselbe Erscheinung beim Weingeistfirniss beobachtet. (S. „Phot. Archiv“ vom März 1863.) Er setzt zu 200 Kubikc. des auf 40 Grad (R. oder C.?) erwärmten Firnisses nach und nach 20 Tropfen Wasser, wodurch sich ein weisser flockiger Niederschlag bildet, der sich beim Umschütteln und Erwärmen wieder auflöst. Ein so präparirter Firniss Hess nichts zu wünschen übrig.Google Scholar
  23. 23).
    Dr. Schnauss war meines Wissens der Erste, welcher genaue Untersuchungen über den Jodsilbersalpeter anstellte. Er hat auch nachgewiesen, dass freies Silbernitrat das Schwärzen des Jodsilbers veranlasse. Es kann nicht schaden, auf solche Thatsachen bei Gelegenheit hinzuweisen, weil sie der deutschen Forschung zur Ehre gereichen.Google Scholar
  24. 24).
    Man kann sich das Lackmuspapier in grosser Menge auf leichte und rasche Weise bereiten, wenn man einen Bogen weisses Seidenpapier auf einem reinen Brette ausbreitet und die Lackmuslösung mittelst eines Haarpinsels etwas reichlich aufträgt, dann 7 bis 10 andere Bogen darauf legt, den obersten wieder mit der Lösung bestreicht, abermals 10 Bogen aufdeckt, den letzten Bogen wieder anfeuchtet und so ad libitum fortfährt, endlich oben ein Bret anbringt und einige Gewichte aufsetzt. In einer Viertelstunde ist alles Papier gleichmässig durchfeuchtet und kann auf ausgespannten Fäden getrocknet werden. — So lassen sich in wenigen Stunden mehrere hundert Bogen Lackmuspapier anfertigen.Google Scholar
  25. 25).
    In der „Agenda für den prakt. Phot, von K. de Roth und Otto Spamer. Zweiter Jahrg. 1863“ befindet sich eine Anweisung zur Verwerthung von unbrauchbar gewordenem Collodium, die nichts Geringeres bezweckt, als alle Bestandtheile wieder verwendbar zu machen. Wir empfehlen dieselbe der Prüfung von strebsamen Photographen und Fabrikanten photographischer Präparate.Google Scholar
  26. 25).
    Wer Fünffrancsstücke bekommen kann, sollte sie allen andern Silbermünzen vorziehen, da sie ein sehr reines Silber enthalten. Von deutschen Münzen sind die hannoverschen Thaler und besonders die alten bayrischen Kronenthaler zu empfehlen. — 20 Fr. sind 5 Thaler; fünf Thaler genügen aber, um nach obiger Vorschrift zuarbeiten. —Wenn man sauber arbeitet, geben fünf Thaler etwa 4μ bayr. Unzen Höllenstein.Google Scholar
  27. 26).
    Das Tannin wird nicht vorzugsweise ans der Eichenrinde gewonnen. Es findet sich vielmehr in allen Theilen der Eiche, sowie in den Rinden der Weiden, Kastanien, Buchen, Birken, Erlen, Tannen, ja fast überall ira Pflanzenreiche. Es wird in reinster Form aus den Galläpfeln dargestellt. Das Verfahren ist mit-getheilt in „Major Russell’s Tanninverfahren. Bearbeitet von K. de Roth. Leipzig. 1862.“Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1864

Authors and Affiliations

  • van Monckhoven

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