Die pathologisch-anatomischen Lungenveränderungen nach gewerblicher Einatmung reinen Aluminiumstaubes

  • Gerhard Kahlau

Zusammenfassung

Die Entstehung einer Staublungenerkrankung durch Einatmung reinen Aluminiums wurde auf Grund klinischer Untersuchungen (Koelsch und Lederer, Doese u. a.) noch bis vor kurzem abgelehnt, über pathologisch-anatomische Lungenveränderungen beim Menschen nach Einatmung von Al-Staub war bisher gar nichts bekannt. Goralewski hat dann zuerst im Jahre 1939 über die klinische Beobachtung zweier Patienten und ein Jahr später über ausgedehnte Reihenuntersuchungen der Belegschaft eines Aluminiumwerkes berichtet und fand unter insgesamt 125 untersuchten Arbeitern bei 24 = 19,2% sichere, bei 39 = 31,2% angedeutete Lungenveränderungen, die nur durch die Einwirkung von Al-Staub zu erklären waren. Damit war von klinischer Seite nachgewiesen, dass der Al-Staub überhaupt zu Lungenveränderungen führen kann. Die Tatsache, dass bis dahin Verstaubungen der Lungen nicht festgestellt werden konnten und dann von Goralewski gehäuft gefunden wurden, ist mit einer Produktionsänderung bei der Aluminiumverarbeitung in Zusammenhang zu bringen (näheres s. b. Jäger 1). Während Goralewski in seiner Mitteilung über das Ergebnis der Reihenuntersuchungen das durch Al-Staub hervorgerufene und von ihm beobachtete Krankheitsbild zwar in den Sammelbegriff der Pneumokoniosen einreiht, so lässt er dabei aber noch die Frage offen, ob es gelingen würde, „ähnlich wie bei der Silicose oder Asbestose speziell charakteristische Erscheinungsformen herauszuarbeiten”.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1941

Authors and Affiliations

  • Gerhard Kahlau

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