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Zusammenfassung

Wie schon S. 214 erwähnt, wird in England auch das Maschinenpapier fast ausschliesslich mit thierischem Leim geleimt, wozu mehr oder weniger vollkommene Apparate in Anwendung sind. Das einfachste Verfahren ist, dass das trockene Papier zwischen zwei mit Schläuchen überzogene Walzen durchgeleitet wird, von denen die untere in heissen thierischen Leim eintaucht, worauf es abermals durch drei Trockencylinder getrocknet und auf den Haspel aufgewickelt wird. Hierbei kommen jedoch zwei Uebelstände in Betracht: einmal ist es nicht möglich, ungeleimtes Papier durch die heisse Leimauflösung durchzuziehen, ohne dass eine Erweichung und Abreissen stattfände, das Papier muss daher schon einen schwachen Büttenleim erhalten haben. Schon geleimtes Papier kann aber andererseits bei dem einmaligen raschen Durchgehen durch die Leimwalzen nur eine sehr geringe Menge der Leimauflösung in seine Poren aufnehmen. Ferner ist die nachfolgende Trocknung zu schnell, um sowohl dem Thierleim seine Eigenschaften zu bewahren, als auch dem Bogen die Festigkeit wie durch Lufttrocknung zu geben. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens steht daher in keinem Verhältniss zu dem damit verbundenen Aufwand von Zeit, Kosten und Ausschuss. — Zur Hebung dieser Uebelstände hat man 2 Paar Leimwalzen, die etwa 25 Fuss aus einanderstehen und 5 Trocken-Cylinder, deren Temperatur sehr alhnählig steigt, angewendet. — Besser ist jedoch unbedingt das folgende Verfahren: das Papier wird in der Bütte möglichst schwach geleimt und vor dem Durchleiten durch den heissen Leim nicht vollständig getrocknet, sondern es passirt blos einen 2 1/2 Fuss im Durchmesser haltenden Trockencylinder. Nach dem Durchleiten wickelt sich der Bogen auf eine Trommel, deren 4 Stück in einem beweglichen Rahmen angebracht sind. Nach ungefähr einer Stunde leitet man das Papier auf die folgende leere Trommel und so fort, bis die vierte an die Reihe kommt, worauf man das Papier von dem ersten Haspel auf die Trockenwalzen führt. Derselben sind fünf vorhanden, von denen die beiden ersten mit Filz überzogen sind, um einen möglichst geringen Wärmegrand für das erste und gefährlichste Stadium des Trocknens herzustellen. Hierdurch sowohl, als indem der Leim 2 bis 3 Stunden Zeit hat, den Bogen zu durchdringen, wird offenbar eine viel bessere Leimung erzielt, als nach der ersten Methode möglich war.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1855

Authors and Affiliations

  • L. Müller

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