Häufigkeit der Malaria-Krankheiten in den Tropen und ihre praktische Bedeutung

  • O. Schellong

Zusammenfassung

Es ist eine bekannte Thatsache, dass die Malaria eine vorzugsweise Krankheit der tropischen und subtropischen Länder ist; sie herrscht hier endemisch und ist der gefürchtete Feind aller Europäer, welche ihr Weg in solche Länder führt. Die vielfach übertriebenen Anschauungen von der Gefährlichkeit des Tropenklimas finden ihre wesentlichste Stütze in dem so häufigen Auftreten der Malaria-Krankheiten in tropischen Ländern. Es soll zwar keineswegs geltiugnet werden, dass auch rein klimatische Einflüsse, also besonders die tropische Hitze, ihre ungünstige Einwirkung auf den Körper des Europäers ausüben können; wenn man aber von der »Blutverdünnung« und »Nervosität« sprechen hört, welcher der Europäer in den Tropen erbarmungslos anheimfällt, und wiederum von der berüchtigten „Tropenleber“, so kann man fast ebenso sicher annehmen, dass wie hier der Alkohol-Missbrauch die eigentliche Causa peccans bildet, im andern Falle die Malaria als das eigentliche Grundübel anzusehen ist.1) Demgemäss fällt auch die Frage von der Akklimatisations-Fähigkeit des Europäers für die Tropen nahezu zusammen mit der Frage von der Akkommodations-Möglichkeit desselben für die Malaria und schon aus diesem Grunde ist den Malaria-Krankheiten der Tropen das weitgehendste Interesse entgegen zu bringen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1890

Authors and Affiliations

  • O. Schellong
    • 1
  1. 1.KönigsbergRussland

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