Die Welterzeugung an Kohle und ihre Verteilung auf die Hauptländer

  • Franz Erich Junge

Zusammenfassung

Die Gesamterzeugung an Kohle, einschließlich Braunkohle, in allen Ländern der Welt zusammengenommen, hat im Jahre 1906 die außer-ordentliche Höhe von beinahe 1000 Millionen Tonnen im Werte von über 10 Milliarden Mark erreicht, bei deren Hebung 3,3 Millionen Menschen tätig waren. Auf jeden Arbeiter entfällt demnach eine Jahresleistung von rund 300 t. Fig. 1 zeigt graphisch die Verteilung der Weltproduktion auf die Hauptländer. Es ist ersichtlich, daß die Vereinigten Staaten mit 375 Millionen Tonnen im Werte von 1,5 Dollar pro Tonne bei weitem an erster Stelle stehen. Im Jahre 1907 war die Erzeugungsziffer bereits auf 425 Millionen metrische Tonnen gestiegen, wovon 1/5 Anthrazit ist. Man hat berechnet, daß die Vereinigten Staaten bisher insgesamt 6 Billionen Tonnen Kohle erzeugt haben. Das Verhältnis der Zunahme der Kohlenproduktion Amerikas zu dem Wachstum seiner Bevölkerung ist in Fig. 2 graphisch dargestellt. Demnach ist die Zunahme von 1890 bis heute, dank den meist günstigen Konjunkturverhältnissen, eine ganz außerordentliche gewesen. Fig. 3 zeigt den jährlichen Durchschnittsverbrauch von Steinkohle pro Kopf der Bevölkerung. Es ergibt sich, daß im Jahre 1906 der Verbranch 4,3 t pro Kopf betrug, während derselbe in England 3,99, in Belgien 3,17, in Deutschland 1,94 und in Frankreich nur 1,28 t aufwies. Bei diesem Vergleich ist zu berücksichtigen, daß die hohe Verbrauchsziffer Englands auf den starken Kohlenbedarf seiner Schiffe zurückzuführen ist, während die niedrigen Ziffern Deutschlands und Frankreichs zum Teil durch die ausgedehnte Verwendung anderer Brennstoffe, Braunkohle, Holz, Torf, Öle usw., veranlaßt werden. Der Gesamtverbrauch von Kohle in den Vereinigten Staaten übertrifft zurzeit den von England, Deutschland und Frankreich zusammengenommen. In dem Zeitraum von 1895 bis 1905 wurden dort ebensoviel Kohlen verbraucht als wie in den vorangegangenen 75 Jahren. Der Kohlenexport überschreitet den Import gegenwärtig nur um 8,1 Millionen Tonnen, doch steht eine Steigerung der Ausfuhr, namentlich nach den außereuropäischen Ländern, zu erwarten, sobald infolge ungünstiger Geschäftslage der inländische Verbrauch zurückgehen wird.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1908

Authors and Affiliations

  • Franz Erich Junge
    • 1
  1. 1.BunzlauPolen

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