Über die Zellelemente des Blutes im Trainingszustand. Untersuchung an Olympiakämpfern in Amsterdam

  • Walter Thörner

Zusammenfassung

Über Veränderungen in der Blutbeschaffenheit als Folge von Muskelarbeit liegt heute eine umfangreiche Literatur vor, ohne daß es jedoch möglich wäre, daraus über die myogenen Einflüsse eine völlig einheitliche Atiffassung zu gewinnen. Weitaus die meisten dieser Untersuchungen, soweit sie nicht die chemische Zusammensetzung behandeln, beschäftigen sich mit den Abweichungen, die das rote und weiße Blutbild während und in unmittelbarer Nachwirkung körperlicher Anstrengungen erfährt. Einzelne Forscher weisen wohl auf ein unterschiedliches Reagieren trainierter Menschen gegenüber untrainierten hin (Schenk 1, Herxheimer 2, Egorof f 3), ohne aber auf die Frage näher einzugehen, ob der Trainingszustand als solcher eine besondere hämatologische Basis schaffe. Wenn uns die neuere Literatur immer mehr davon überzeugt, daß das Blut in seinen Zellelementen, vor allem den weißen, durch stärkere Muskelleistung wirkliche Umgestaltungen erleiden kann, die nicht nur mechanisch bedingte Verteilungsveränderungen oder Einstrom von Reserven bedeuten, so ist der Gedanke naheliegend, daß durch immer wiederholte derartige Reaktionen und Gegenwirkungen schließlich ein Dauerzustand im Blut herbeigeführt wird, der in einem von der Norm abweichenden Blutbild des Trainierten zum Ausdruck kommen muß. Und doch ist diese Frage, deren Beantwortung einen wesentlichen Beitrag zur Erkenntnis der Physiologie des Trainingszustandes verspricht, außer von Schenk 4 kaum irgendwo eingehender behandelt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1929

Authors and Affiliations

  • Walter Thörner
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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