Die Waldschutzfrage und die Gesetzgebung über die Privatwaldungen

  • August Bernhardt

Zusammenfassung

Die Gesetzgebung, welche das Verhältniss des Staates zu den Waldeigenthümern regelt, hat in Deutschland, wie ich gezeigt habe, 1) seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts, beeinflusst durch rasch an Kraft gewinnende theoretische Gedankenströmungen, tiefeingreifende Veränderungen erlitten. Durch die Vertreter der bis in die letzten Folgerungen ausgebauten Lehre von der Freiheit des Eigenthums wurde jede Einwirkung des Staates auf die privatwirthschaftliche Thätigkeit der Staatsangehörigen mit dem Makel der Unwirthschaftlichkeit behaftet und als eine abgelebte Reminiscenz des absoluten Staates gebrandmarkt. Die atomistische Tendenz der Smith’schen Volkswirthschaftstheorie2) zerriss die grosse Kette, welche die individuellen wirthschaftlichen Interessen organisch verbindet und in gegenseitige Abhängigkeit versetzt und läugnete es, dass die freieste Bewegung jener zahllosen Einzelwirthschaften, in welche sie die Volkswirthschaft zerspaltete, jemals anders als kulturfördernd wirken körine, indem sie die Existenz von Naturkräften behauptete, welche mit eiserner Nothwendigkeit den höchsten wirthschaftlichen Effekt herbeiführen müssten, sobald nur die volle Freiheit der Bewegung den Sämmtlichen Einzelwirthschaften zu Theil werde.

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Literatur

  1. 4).
    Vergl. a. a. O. S. 67. 68. Die Preisfteigerung für Buchenholz im Oden-wald (vergl. Jäger, die Land- und Forftwirthfchaft des Odenwaldes. ’ S. 185/186) betrug von 1810–1840 fait genau 100 °%.Google Scholar
  2. 5).
    Vergl. Bd. II, S. 206 fgde.Google Scholar
  3. 6).
    Vergl. hierüber die dem Haufe der Abgeordneten in Folge’ eines Be fchluffes v. 19. XII. 1871 übergebene Denkfchrift des Finanz-Minifters vom 15. November 1872. Die Gefammtfläche der • preufs. Staatsforften betrug 1820: 2,409,917 FI., 1865: 2,052,334 H.,. 1873: (ältere Provinzen) 2,683,732 H. Seit 1857 find jährlich im Durchfchnitt 4000 H. devaftirte Forften und Oedländereien zur Aufforftung vom Staate angekauft worden. Die eigentliche Holzbodenfläche der Staatsforften hat fich feit 1851 in den Provinzen Preufsen, Pofen, Weftfalen um 38,604 H. vermehrt, in Brandenburg, Pommern, Schlefien, Sachfen, Rheinprovinz um 24,091 H. vermindert, im Ganzen alfo vermehrt um 14,513 H.Google Scholar
  4. 7).
    Am niedrigften Rand das zur Holzzucht benutzte Areal 1866. Von da bis 1871 find durchfchnittlich jährlich 6,930 H. zur Holzzucht neu erworben worden. Hieraus ift erfichtlich, dafs die preufs. Staatsforftverwaltung es fich angelegen fein läfst, Flächen mit abfolutem Holzboden für den Staatsbefitz zu erwerben und fo den Wald zu erhalten und wiederherzuftellen, welcher im Privatbefitz der Verwüftung und Produktionslofigkeit verfallen fein und benachbartes Kulturland gefährdet haben würde. ( Denkfchrift. S. 7 ).Google Scholar
  5. 8).
    Vergl. mein Buch ’’Die Waldwirthfchaft und der Waldfchutz, mit befonderer Rückficht auf die Waldfchutzgefetzgebung in Preufsena. 1869. S. i7’. fgde. Ferner: Mayr, Einflufs des Waldes auf Klima und Bodenbefchaffenheit. Dr. Rentzfch, der Wald im Haushalte der Natur und Volkswirthfchaft. 1862; vergl. hierzu A. v. Humboldt, Anfichten der Natur, S. 158.Google Scholar
  6. 9).
    Sehr ausführliche Literatur-Nachweifungen zur Waldfchutzfrage f. bei v. Löffelholz- Colberg, »die Bedeutung und Wichtigkeit des Waldes, Urfachen und Folgen der Entwaldung etc.« 1872. ’Google Scholar
  7. 10).
    Vergl. hierüber: Otto Beck, Befchreibung des Regierungs-Bezirks Trier. II. Bd. 1869. S. 67 fgde.; Hoch, »Die Bewaldung des hohen Venus«, in Grunert’s forftl. Blättern XV. Heft. 1868. S. 1–33. Die Entwaldung der Hocheifel ift in -längftvergangener Zeit gefchehen und chronologifch nicht genau nachweisbar. Die Südhänge der Eifel find jedoch noch in diefer Periode entwaldet worden.Google Scholar
  8. 11).
    Schon Friedrich Wilhelm I. Jiefs auf Anrathen eines Herrn ‘v. Korff den auf der frifchen Nehrung zwifchen Danzig und Pillau gelegenen langgeftreckten Kiefernwald niederfchlagen und das Holz für 200,000 ThIr. verkaufen. In Folge deffen ift das frifche Haff zum Theil verfandet, die Wafferftrafse zwifchen Elbing, dem Meere und Königsberg ift gefährdet; den wehenden Dünenfand wieder zu befeftigen, will nicht gelingen. Vergl. Fr. v. Thielau, »Die Wälder, das Luftmeer und das Waffer«. 1873. (Obige Darftellung nach W. Alexis).Google Scholar
  9. 12).
    O. v. Hagen, die forftlichen Verhältniffe Preufsens, S. 51. H. v. Lattorf, »Die Entwaldung unferer Gegenden und die Nothwendigkeit eines Forftkulturgefetzes«., 1858. Letztere Schrift fchildert die Zerftörung der kleinen Privatwaldparzellen in der Mark und Elbniederung mit fehr dufteren Farben.Google Scholar
  10. 13).
    Vergl. hierüber einen gutgefchriebenen Artikel der oftpreufsifchen Zeitung vom 5. März 1868.Google Scholar
  11. 14).
    Vergl. tiber diele Vorgänge: Die Motive zu dem Gefetzentwurf v. 1874, betr. die Erhaltung und Begründung von Schutzwaldungen, fowie die Bildung von Waldgenoffenfchaften (Forft- u. Jagd-Zeit. 1874, S. 12o fgde.). G. L. Hartig, Entwurf einer Forrt-u.Jagd-Ordnung mit befonderer Rückficht auf den preufs. Staat. 1833.Google Scholar
  12. 15).
    Die Forftpolizeigefetze Deutfchlands und Frankreichs. 1834.Google Scholar
  13. 16).
    Durch die vermittelft Kab.-Ordre vom 29. IX: 1834 genehmigte, am 6. XII. 1834 publizirte Haubergsordnung für den Kreis Siegen (Arnsberger Amtsblatt v. 1835, S. 7 ).Google Scholar
  14. 17).
    Durch die an die Grofsh. Heff. Forftordnung vom 6. I. 1810 anfchliefsende, an die Stelle der Haubergsordnung vom 24. III. 1821 getretene Polizei-Verordnung der Reg. in Arnsberg vom 18. I. 1859 für das Amt Olpe (einen Theil des Kreifes Olpe). Vergl. Arnsberger Amtsblatt, 1859, S. 55.Google Scholar
  15. 18).
    Polizei-Ordnung über die Bewirthfchaftung der Hauberge in den Aemtern Freusberg und Friedewald, Kr. Altenkirchen vom 21. XI. 1836. (Amtsblatt d. Reg. in Koblenz, 1837, S. 59.)Google Scholar
  16. 19).
    Waldkulturgefetz vom i. VI. 1854 f. d. Kreis Wittgenftein (Gef. S. 1854, S. 329). Vergl. auch Greiff, die preufs. Gefetze über Landeskultur etc. 1866, S. 674 fgde.Google Scholar
  17. 20).
    Vergl. Forft- u. Jagd-Zeit. 1841, S. 142, 256,..341 über die Gefetzentwürfe. Schon 1826 beantragten die Provinzialftände von Weftfalen den Erlafs einer allgemeinen Haubergsordnung für Weftfalen, fanden aber beim Staatsrath kein Gehör. In den Landtags-Abfchieden von 1834–39 wurde ftets auf die baldige Vorlage der Forflordnung hingewiefen. v. Rönne, D. F. u. J. W. S. 749 fgde.Google Scholar
  18. 21).
    So der Antrag Steffens im Herrenhaufe 1853,. ferner Anträge im Abge-ordnetenhaufe 1858, 1859 und der Antrag Kaifer 1860, der zu einer längeren Debatte Anlafs gab. Vergl. meine »Waldwirthfchaft und Waldfchutz«. S. 163. -Der Gefetzentwurf von 1858 ifl, abgedruckt in der Torft- u. Jagd-Zeitung. 1860, S. 401 fgde. Vergl. daf. 1861, S. 480.Google Scholar
  19. 22).
    Abgedruckt und eingehend erörtert in meiner »Waldwirthfchaft u. Wald-fchutz« S. 171 fgde.Google Scholar
  20. 23).
    Abgedr. Forft- u. Jagd-Zeitung, 1874, S. 115 fgde.Google Scholar
  21. 24).
    Faktifch findet irgend eine ftaatliche Einwirkung auf die Privatwaldwirthfchaft nicht ftatt, obwohl die älteren Forftpolizeigefetze noch formelle Gültigkeit haben. Vergl. Darftellung der k. fächf. Staatsforftverwaltung, 1865, S. 12.Google Scholar
  22. 25).
    Formell befteht ein Rodungsverbot, faktifch wird aber eine Aufficht nicht geübt. Vergl. v. Viebahn, Statiftik, S. 674 d. II. Th.Google Scholar
  23. 26).
    v. Viebahn a. a. O. S. 676.Google Scholar
  24. 27).
    Die’Gefetzgebung ift keine einheitliche, die Aufficht des Staates über die Privatwaldungen aber faktifch gleich Null. Maron, Forftftatiftik, S. 281.Google Scholar
  25. 28).
    Burckhardt, Die forftlichen Verhältniffe von Hannover, B. 14. Motive zu dem preufs. Gefetzentwurfe von 1874 in der Forft- u. Jagd-Zeitung, 1874. S. 123.Google Scholar
  26. 29).
    Vogelmann, die Forftpolizeigefetzgebung bezüglich der Privatwaldungen im Grofsherzogthum Baden. 1871. S. 129. Leo, Forflftatiftik, S. 328.Google Scholar
  27. 30).
    In Schleswig-Holftein find allerdings die fogenannten Bondenhölzer, d. h. ehemals landesherrliche Waldparzellen, welche den Bauernhöfen zur Befriedigung ihres Feuerungsbedarfes zugelegt find, durch die Forft- u. Jagd-Ordnung vom 2. VII. 3784 und das Patent vom 15. VI. 1785 dahin befchränkt, dafs die Eigenthümer fie wirthfchaftlich benutzen müffen und nicht ohne ftaatliche Genehmigung roden dürfen. Alle anderen Privatwaldungen aber find frei. Obige Motive, Forft- u. Jagd-Zeitung. 1874, S. 123.Google Scholar
  28. 31).
    Die. Forftordnung vom 21. XI. 1853 verbietet Rodungen und Devaftationen; die Beauffichtigung der Privatwaldungen ift aber auch hier eine wenig wirkfame. Vergl. v. Viebahn, Statiftik II, S. 681. Vogelmann, a. a. O. S. 143.Google Scholar
  29. 32).
    Vergl. »Die Land- u. Forftwirthfchaft des Fürftenthums SchwarzburgSondershaufen«. S. 268 fgde. — Gef. v. 18. III. 3840 für Schwarzburg-Rudolftadt. v. Viebahn, Statiftik, II, S. 674.Google Scholar
  30. 33).
    Vergl. Forftordnung vom 29. V. 1856, Art. io u. 11. ( Forft- u. Jagd Zeitung, 1861, S. 389 ).Google Scholar
  31. 34).
    Leo, Forftft’atiftik, S. 329, nach amtlicher Mittheilung.Google Scholar
  32. 35).
    Gef. vom 25. IX. 3848. Für Hohenzollern-Sigmaringen hat das Gefetz vom 2. VIII. 3848 alle Befchränkungen des freien Verfügungsrechtes der Privatwaldbefitzer aufgehoben. Vergl. v. Hagen, die forftl. Verh. Preufsens, S. 50.Google Scholar
  33. 36).
    S. landwirthfchaftliche Annalen d. mecklenb. patriotifchen Vereins von 1846, I. 2. Forft- u. Jagd-Zeitung, 3847, S. 29.Google Scholar
  34. 37).
    S. im II. Bde. diefes Werkes, S. 287.Google Scholar
  35. 38).
    Forfthoheitsgefetz vom 30. IV. 1861.Google Scholar
  36. 39).
    Betreffs Hannover vergl. Burckhardt, die forftl. Verhältniffe v. Hannover. S. 12/13. — Betreffs Schleswig-Holfteins: v. Binzer, »Die Bewaldungsverhältniffe etc. in Schleswig-Holftein« in Danckelmanns Zeitfchrift. III, S. 122 fgde. — Betreffs Sachfens: Forft- u. Jagd-Zeitung 3847, S. 387. — Betreffs Anhalts: v. Vie-bahn, Statiftik, II, S. 676.Google Scholar
  37. 40).
    Alfred Klauhold, kurheff. Rechtsbuch, 1855, S. 372. Das org. Ed. vom 29. VI. 1821 ift befonders (amtlich) publizirt. Vergl. Bernhardt, Die Waldwirthfchaft u. der Waldfchutz. S. 167 fgde. Staatsminifterial-Erlafs v. 34. VII. 3830.Google Scholar
  38. 41).
    Vergl. Landau, »Die Waldungen zum halben Gebrauch in Kurheffens, in der Forft- u. Jagd-Zeitung, 1857, S. 215.Google Scholar
  39. 42).
    /0 der Waldfläche. Bernhardt, Waldwirthfchaft etc. S. 364.Google Scholar
  40. 43).
    Bd. II diefes Werkes, S. 286.Google Scholar
  41. 44).
    Vergl. die Verordnungen vom 3. VIII. 1819 über die Fällungen und Kulturen in den Privatwaldungen; vom 26. I. 1838 über das Verfahren bei Rodungen. Nach der letzteren Verordnung können bis zu i Hekt. grofse, zwifchen Aeckern etc. liegende Waldflücke gerodet werden. Die Vorfchrift, dafs kleinere Privatforftbefrtzer jede Fällung dem Förfter und der Ortsbehörde anzeigen follen, »um Holzdiebftahl unter dem Vorwande des Selbfthiebes zu verhüten,, ift als zwecklos und unausführbar durch Verordnung vom 20. XII. 18J9 aufgehoben worden.Google Scholar
  42. 45).
    Auf Grund der Verordnungvom 15. XII. 1814. S.II. Bd. diefes Werkes, 8. 286.Google Scholar
  43. 47).
    v. Viebahn, Statiftik, II. 680. Motive zu dem preufs. Gefetzentwurf von 1874, in der Forft- u. Jagd-Zeitung, 1874i S. 122.Google Scholar
  44. Vogelmann, Die Forftpolizeigefetzgebung bezüglich der Privatwaldungen in Baden. 1871. Gefetz vom 12. II. 1821 (übereinftimmend mit dem vom 21. II. 1810). Die Forftverwaltung Badens. 1857.Google Scholar
  45. 48).
    Gefetz vom 28. XII. 1831.Google Scholar
  46. 49).
    Forftgefetz vom 15. XI. 1833. In Bezug kommen hier befonders 87 (in welchem als Grundfatz freie Bewirthfchaftung der Privatwaldungen aufgehellt ift), 89 (Rodungsverbot für Parzellen über 25 Morgen). Nach 94–99 find im Uebrigen die Befitzer von Flufs-Uferwaldungen noch befonderen Befchränkungen in Bezug auf die Hauungen und Rodungen in diefen ihren Waldparzellen unterworfenGoogle Scholar
  47. 51).
    Ein. Drittel aller Waldungen ift im Befitze der Privaten, die Hälfte des Privatwaldbefitzes befindet fich jedoch in den Händen der Standesherren und des befeftigten Grundbefitzes; von der anderen Hälfte ift ’/3 ftark parzellirt, fehr be-weglich und vielen Veränderungen unterworfen. S. d. Forftverwaltung Badens. 1857. 9 Bernhardt, “Die Waldwirthfchaft und der Waldfchutz«. S. 148.Google Scholar
  48. 53).
    Nach einer Mittheilung in der Monatfchrift von Gwinner, 1857 (I) S. 3 find 1834–1855 36,625 Morgen Waldungen ausgeftockt, 37,013 M. neu aufgeforftet worden, fo dais fich ein Gefammtzuwachs an beftockter Waldfläche ergiebt von 388 M..Google Scholar
  49. 54).
    Nach einer Angabe Schuberg’s in Baues Monatfchrift 1873, S. 241 fgde find 1837/70 in den badifchen Staatsforften durch Taufch erhalten mehr (als abgegeben) 302.63 H. Verkauft 8b9,17 H. (pro H. f. 764,5 Fl..im Mittel) Angekauft 9,995 73 f) zufammen 10,295.73 „Abgang 809.17 „Zuwachs 9,486.56 H. Ueber die Aufforftungen öder Weidegründe am Feldberg, Beleben, Blauen, Kandel etc. vergl. Verhandlungen des badifchen Forftvereins von 1867, S. 36.Google Scholar
  50. 55).
    Nach einer Mittheilung in der Monatfchrift f. d. wärt. Forftwefen, 1855, VI. find 1830/55 gerodet 38,205 M., aufgeforftet 39,275 M., alfo Zugang 1,070 M.Google Scholar
  51. 56).
    W. Widenmann in den forftl. Blättern f. Würtemberg, IV. I-Ieft. (1830).Google Scholar
  52. 57).
    Verordnung vom B. VIII. 1819, die Verhältniffe des Haufes Thurn und Taxis betreffend.Google Scholar
  53. 58).
    Verordnung vom B. XII. 1821, bei Widenmann a. a. O.Google Scholar
  54. 59).
    Verordnung vom 12. VI. 1823, betr.. die Deklaration der Verhältniffe des reichsunmittelbaren Adels.Google Scholar
  55. 60).
    Ein Wort über die Pflegung und Erhaltung der Forften und der Bauern im Sinne einer höheren, d. h. menfchlichen Gefetzgebung. 1820. •Google Scholar
  56. 61).
    Frömbling war ein forftlicher Sonderling, geh. 1796 zu Hardenberg im Bayreuth’fchen, abfolvirte er 1813–17 feine forftliche Lehrzeit bei Forftmeifter Mofer in Bayreuth, ftudirte 1822/24 auf der Forftakademie Berlin, war dann Oberförfter in Rothebude und Neu-Sternberg. Er ftarb 1866. Unter feinen zahlreichen kleineren, oft perfönlich verletzenden und mit den wunderbarften Ideen angefüllten Schriften (vergl. Grunert, forftl. Blätter; XII, S. 230) find nur wenige von Intereffe. Er fchrieb 1839: Fragmente über Vertheilung des Grundeigenthums zum Schutze des Vaterlandes etc.; 1844: Die Waldfortifikation für Deutfchland etc. In letzterer Schrift theilt er eine fogenannte Bewaldungsfkala mit, d. h. eine Tafel der Normalbewaldung der einzelnen Länder, bemeffen nach ihrer mittleren Jahrestemperatur. Bei i u m. J. T. verlangt er eine Bewaldung von 0,9; bei 7 = 1/e; bei Io°= 1/6; bei 150=0,7 (in den heifsen Ländern hält er ftarlce Bewaldung der Befchattung des Bodens wegen für nothwendig). Vergl. Fragmente S.. 45• Waldfortifikation, S. 21.Google Scholar
  57. 65).
    Carl Fr. Aug. Grebe, die Beauffichtigung der Privatwaldungen von Seiten des Staates. Gekrönte Preisfchrift. 1845.Google Scholar
  58. 66).
    Die Staatsoberaufficht über das Privatwaldeigenthum in der preufs. Rheinprovinz. 3862.Google Scholar
  59. 67).
    Clairaut Peterfen, über den Einflufs der Waldungen auf die Wilterungs-verhältniffe und das Klima. Altona 1846.Google Scholar
  60. 68).
    Vergl. »Die Nachtheile aus der Verwüftung der Privatwaldungen und ihre Abhülfen (1859) und: »Der Wald im Haushalte der Natur und der Volkswirthfchafto. Gekrönte Preisfchrift (1857, 2. Aufl. 1862).Google Scholar
  61. 69).
    Allgenf. Staatsrecht, Bd. II, S. 431.Google Scholar
  62. 70).
    Syftem der Volkswirthfchaft, II. Bd., S. 558.Google Scholar
  63. 71).
    Vergl. die Verhandlungen des X. Kongreffes deutfcher Volkswirthe in Breslau. Bernhardt, die Waldwirthfchaft und der Waldfchutz. 1869. S. 88.Google Scholar
  64. 72).
    Lehrbuch der politifchen Oekonomie. II. (Grundfätze der Volkswirthfchaftspolitik). 5. Ausg. 1862. S. 333 fgde.Google Scholar
  65. Vergl. Ford- u. Jagd=Zeitung, 1839, S. 189 fgde. (Auff. v. Dr. Reuter in Afchaffenburg); 1856, S. 470; 1851, S. 411. (Auff. v. Fintzel) 1852, S. 1. (v. Wedekind) u. f. w.Google Scholar
  66. 74).
    So in Naumburg (vergl. Forti- u. Jagd-Zeitung, 1838, S. 249) u. a. a. O. Siehe darüber unten ? 27.Google Scholar
  67. 75).
    Karl Arnd, »die materiellen Grundlagen und fittlichen Forderungen der europäifchen Kultur.« Stuttgart u. Tübingen 1835. A. will den abfoluten Wald’ boden mit Holz angebaut, allen zur landwirthfchaftlichen Kultur geeigneten Boden auch landwirthfchaftlich benutzt fehen.Google Scholar
  68. 76).
    Vergl. «Forftverwaltung Bayerns« als Quellenwerk; ferner den befonderen Abdruck des Forftgefetzes v. 1852. (2. Aufl. 1857).Google Scholar
  69. 77).
    Die Verordnung vom 22. XII. 1821 beftätigte, »dafs die Forftpolizei ein unbeftreitbarer Ausflufs der dem Staate zuftehenden Forfthoheit« fei; eine Ver-ordnung des Minifters des Innern vom 22. IV. 1835 gab allgemeine Anhaltspunkte für die Handhabung der Forftpolizei nach Mafsgabe “ der beftehenden fpezialgefetzlichen Beflinsmungen. Vergl. Forft- u. Jagd-Zeitung. 1838, S. 354•Google Scholar
  70. 78).
    Forft- u. Jagd-Zeitung. 1857, Eingang.Google Scholar
  71. 87).
    Vergl. Code foréftier, Art. 220. 224. Bernhardt, die forftlichen Verhältniffe von Deutfch-Lothringen, S. 73 fgde.Google Scholar
  72. 88).
    Vergl. den mehrfach citirten preufs. Gefetzentwurf von 1874.Google Scholar
  73. 89).
    Ueber die neuere Entwickelung der. Waldfchutzfrage vergl. Otto Beck, die Waldfchutzfrage in Preufsen. 186o. 2. Heft 1870. — Grunert, die Waldfchutzfrage und deren Behandlung auf dem Wege internationaler Kongreffe, in den forftl. Blättern von Grunert und Leo 1873, S. 97. — Stenographifche Protokolle des erften internationalen Kongreffes der Land- und Forftwirthe. Wien 1874, S. 157 fgde.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1875

Authors and Affiliations

  • August Bernhardt
    • 1
  1. 1.Hauptstation für das Forstliche VersuchswesenDeutschland

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