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Zahnärztliche Berufsausbildung und Approbation

  • Kurt Opitz

Zusammenfassung

Im Mittelalter und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Zahnheilkunst vorwiegend von Marktschreiern und nur vereinzelt von Chirurgen ausgeübt. Nachher gingen die Zahnärzte aus promovierten Ürzten (Vollärzten), aus Wundärzten erster Klasse, hauptsächlich aber aus Wundärzten zweiter Klasse (über deren Vorbildung usw. Vgl. die Ausführungen S. 2) hervor. Die Ausbildung der Zahnärzte war nicht einheitlich geordnet. In Preußen war sie damals bereits getrennt von der ärztlichen besonders geregelt. Auch gab es schon zu jener zeit besondere Approbationen für Zahnärzte. (Prüfungsreglement vom 1. Dezember 1825.) § 51 Ziff. 5 dieses Reglements bestimmte: „Zur Prüfung als Zahnarzt darf niemand zugelassen werden, der nicht entweder schon Arzt oder Mundarzt ist, und zugleich den nötigen Nachweis über die erlangten, einem Zahnarzt insbesondere nötigen Nachweis über die erlangten, einem Zahnarzt insbesondere nötigen technischen und mechanischen Fertigkeiten beizubringen vermag, ober der, wenn er nicht Arzt oder Wundarzt ist, außer diesem Nachweise nicht wenigstens noch Zeugnisse über den fleißigen besuch der Vorlesungen über Anatomie, allgemeine und spezielle Chirurgie, Operationslehre, Arzneimittellehre und chirurgische Klinik beibringen kann.“ Der Kursus für Nichtmediziner sollte zwei Jahre dauern und sich möglichst auch auf Zahnarzneikunde erstrecken. Als Vorbildung mußte die Reife für Tertia und bei der zahnärztlichen Prüfung sollten einige wissenschaftliche Kenntnisse und technische Fertigkeiten vor einem Prüfungsansschuß nachgewiesen werden. Für Ürzte und Wundärzte waren gewisse Erleichterungen vorgesehen. Approbierte Chirurgen, spatter auch Wundärzte, konnten, wenn sie nicht zugleich als Zahnärzte approbiert waren, zwar alle Zahnoperationen verrichten, durften aber nicht den Titel Zahnarzt führen. Praktische spezialzahnärztliche Übungen im Zahnersatz usw. Wurden damals in der Regel nicht an den Universitäten, sondern von praktischen Ürzten und Zahnärzten abgehalten. Die Leistungen und Instrumente der Zahnärzte waren seinerzeit im allgemeinen aber auch noch verhältnismäßig einfach und haben sich erst spatter allmählich entwickelt. Z. B. steckte das Füllen der Zähne noch in den Kinderschuhen und zum Zahnausziehen benutzte man den Schlüssel.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • Kurt Opitz
    • 1
  1. 1.Ministerium für Volkswohlfahrt MedizinalabteilungBerlin-SüdendeDeutschland

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