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Zusammenfassung

Den von der Schule als reif für das Hochschulstudium Entlassenen empfängt und umfängt an der Schwelle der Hochschule die akademische Freiheit: Freiheit von einer Jahre hindurch mehr oder weniger schwer ertragenen strengen Schuldisziplin, Freiheit zumeist auch von den wirtschaftlichen Bindungen, die den jungen Mann bis dahin mit dem Elternhause verbanden, vor allem aber Freiheit in der Einrichtung des von ihm erwählten Studiums, insbesondere in der Wahl der Lehrfächer und der lehrer sowie in der Bemessung der dem einzelnen Lehrfach und dem einzelnen Lehrer zu widmenden Zeit und Aufmerksamkeit. Diese für Charakterbildung und Erziehung zu ernster Wissenschaftlichkeit nicht hoch genug zu schätzende Freiheit birgt für den Studierenden jedoch auch nicht geringe Gefahren in sich. Manchen verführt diese Freiheit zu einer sich bald für ihn schädlich auswirkenden Verzettelung seiner Kräfte. Andere verleitet sie zu einer Vernachlässigung des Studiums, die sich, wenn nicht schon bei den Prüfungen, so doch sicherlich im späteren Berufe rächen muß. Aber auch dem Gewissenhaften erschwert jene Freiheit nicht selten den Aufbau und die Durchführung eines sachgemäßen Studienplanes.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • Albert David
    • 1
  1. 1.Juristischen Prüfungsamtes beim KammergerichtBerlinDeutschland

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