Barbiturat-(Soneryl-) Vergiftung

Beitrag zur Anwendung von Picrotoxin in der Behandlung der Barbitalvergiftungen
  • Gerald M. Slot

Zusammenfassung

Am 17. Januar 1940 legte sich eine junge Frau von 26 Jahren in der gewöhnlichen Weise schlafen. Am andern Morgen wurde dem Mädchen auf Klopfen nicht geöffnet. Als man nach einiger Zeit die Türe gewaltsam öffnete, fand man die Frau tief schlafend im Bette liegend. Der sofort gerufene Hausarzt fand neben ihrem Bette zwei kleine leere Glasröhrchen, auf denen der Name des Apothekers stand, bei dem sie gekauft worden waren. Nachforschungen ergaben, daß jedes Röhrchen 25 Tabletten Soneryl (Buthyl-äthyl-Barbitursäure) enthalten hatte, das bekanntlich langsamer wirkt als die Schlafmittel der Pentothaigruppe, aber erheblich stärker als Phenobarbiton (Luminal). Das Mittel war im November vorigen Jahres von einem andern Arzt verordnet, aber erst im Jahre 1940 in der Apotheke geholt worden. Wieviel davon genommen wurde, war schwer zu sagen, wenigstens 37 und höchstens 74 Grains. Wenn vom Tage des Einkaufes ab das Mittel nach Vorschrift genommen worden war, so kamen als letzte Dosis nur 65 Grains (4,21 g) in Betracht.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1943

Authors and Affiliations

  • Gerald M. Slot

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