Der ästhetische Werth der Spechte

  • Bernard Altum

Zusammenfassung

„Als wahre Waldvögel*) begegnen die Spechte dem Forstmanne auf Schritt und Tritt. Sie beleben den stillen Wald in einer durch keine andere Vogelgruppe vertretenen Weise. Sie tragen ohne Zweifel ein aussergewöhnliches, fremdartiges Lebenselement in den Wald. Wenn ihre Erscheinung auch im Allgemeinen mit der Harmonie, wie wir sie überall um uns her finden, nicht in Widerspruch tritt, wenn wir es darnach z. B. ganz angemessen erachten können, dass der Grünspecht, den wir so oft vorn grünen Rasenteppich verscheuchen, eine grüne Hauptfarbe trägt, dass der dem tiefen düsteren Waldesdunkel zugetheilteSchwarzspecht eben schwarz ist u. s. w., so liegt doch auch schon in diesen ihren Farben selbst etwas Ungewohntes, Neues, Auffälliges und somit Interessantes. Die scharfe Gegensatzfarbe auf dem Scheitel jenes, das todte, stumpfe Schwarz dieses Spechtes, das scheckig bunte Gefieder unserer kleinen Arten, das krasse Roth überhaupt, welches wir sonst so äusserst selten in unserer Fauna finden, sind eben solche Momente, welche unser Interesse in jedem einzelnen Falle wieder erregen. Erhöht wird dasselbe ohne Frage durch die so singuläre Lebensweise der Spechte.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1878

Authors and Affiliations

  • Bernard Altum
    • 1
  1. 1.Dirigent der zoologischen Abtheilung für das forstliche VersuchswesenKönigl. ForstakademieEberswaldePreussen

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