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Untergrund, Wohnungen und Trinkwasser

  • Johannes Werner

Zusammenfassung

Der Untergrund, auf dem Venedig steht, hat für eine Stadt seinesgleichen nicht. Ein wichtiger Punkt für die Schwankungen im allgemeinen Gesundheitsstand einer Stadt ist immer der Stand des Grundwassers hn Boden und seine Niveauänderungen. Für Venedig kommt das überhaupt nicht in Frage. Venedig hat kein Grundwasser im gewöhnlichen Sinne. Die wasserundurchlässige Lehmschicht, die sich sonstwo überall im Untergrund findet und den Boden für das Grundwasser abgibt, liegt hier im Mittel 1,20 m unter der Hochwasserlinie. Das Straßenniveau liegt 70–100 cm oberhalb dieser Linie, und somit hat die Bodenschicht, deren Zustand für die Gesundheit der Stadt maßgebend sein kann, eine Dicke von rund 2 m; sie besteht aus Sand, Bauschutt, dem Schlamm, der gern für Aufschüttungen verwandt wird, und wird im übrigen eingenommen von den Fundamenten der Häuser, Mauern, Pfählen und da-zwischengestampften Steinen. In dem so beschaffenen Grund steht durchschnittlich 1,20 m hoch das Meerwasser , dessen Spiegel — wie sich überall bei Fundamentierungsarbeiten und sonstigen Grabungen verfolgen läßt — vollständig den Bewegungen von Ebbe und Flut folgt, das heißt: Jede Flut bringt in den ganzen Untergrund frisches reines Meerwasser. jede Ebbe schwemmt aus ihm gelöste Bodenstoffe weg.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1912

Authors and Affiliations

  • Johannes Werner
    • 1
  1. 1.Venedig-LidoItalien

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