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Zusammenfassung

Die bisherigen kritisch-technisch-historischen Darlegungen ergeben an Hand der praktisch ausgefiihrten Stauwerke die Theorie des „Wie“ der Entstehung der Kammerschleuse:

... „Um natürliche Flußläufe mit Schiffen befahren zu können, wurde ihr Abfluß in voller Breite durch feste Stauwerke gesperrt und auf diesen „Teilstrecken“ eine „unterbrochene Schiffahrt” ermöglicht. Mit der Einführung eines lösbaren Stauwerkes an schiffahrthinderlichen Gefällspunkten wurde sie zu einer wasserzeitlich beschränkten (intermittierenden) „durchgehenden Schiffahrt“. Für die Schiffahrt waren solche Durchfahrten gefahrvoll und beschwerlich. Um eine gefahrlose Durchfahrt der Schiffe zu erreichen, wurden doppelte, lösbare Stauwerke gebaut.

Sie regelten die Schiffahrt und machten sie zu einer wasserzeitlich nicht beschränkten und bequemeren und wurden mit der Kenntnis geeigneter Einrichtungen zum Füllen und Entleeren zu der heutigen Kammerschleuse ausgebaut, mit dem Zwecke, den Stau (die Begrenzung des Ober- und Unterwassers) durch die zweimalige Anwendung des Prinzips der kommunizierenden Röhren all mählich (gefahrlos) und vorübergehend (zeitweilig) von dem einen Torverschluß auf den anderen zu übertragen.“...

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Literatur

  1. 1).
    Vgl. Rziha: „Bis um 1600 war der Schleusenbau - wie die Ingenieurbaukunst überhaupt allein der Ausfluß der Erfahrung, wobei die national-ökonomische berechnende Basis fehlte. Letztere und damit die Ingenieur-und Naturwissenschaft beginnt erst mit Galileo Galilei auf Grund der matheasiatischen Erkenntnis der physikalischen Gesetze, wobei Galilei sich auf Gordanus,Steviuus und Ko per niikusstützt. Der Riidersdorfer und Lychiener Kanal sowie die Schleusenbauten Leonardo da Vineis sind die Vorläufer des ersten. mit den Elementen der Hydraulik konstruierten Kanals zwischen Seine und Loire (1606–2¢). Seit Galilei wird im Bauwesen mathematisch konstruiert. Es ist zu trennen nach der Konstruktionsberechnung (feste und wissenschaftlich unfehlbare Gesetze) und nach der Geldberechnung (individuell fehlbarer Erfahrungsfaktor).“Google Scholar
  2. 1).
    In der Linienführung überhaupt liegt ein ebenso umfassendes als wissenschaftlich noch zu lösendes Problem hochwertigen Inhaltes. Der Abfallboden der Kammerschleuse selbst muß als solches angesprochen werden.Google Scholar
  3. 2).
    Die i 843 von D u b i é erfundene, zwischen Fürnis und Ypern erbaute Sparschleuse hatte 6,4o ni Gefälle. Da das Gefälle von einer Anhöhe herrührte, legte D u bi é auf dem Abhange des Hügels in verschiedenen Höhen an jeder Seite der Kammer einen Wasserbehälter an und konstruierte hierdurch eine Wasserersparnis von etwa der Hälfte des Gesamtverbrauches.Google Scholar
  4. 3).
    Die erstmalig 1748 vom Polhelm und Elvius entworfene Schachtschleuse in dem mit reichlichem Wasserzufluß versehenen Götakanal gebot durch die felsenartige Schlucht die Anlegung des unteren Kanals als unterirdische Kanalstrecke nach Art eines schiffbaren Tunnels. Die das Gestein tunnelartig durchbrechende Führung des Unterhauptes gestattete, den Untertoren eine erheblich kleinere Höhe als es die Gefällshöhe war, zu geben und sie gegen das Mauerwerk des überwölbten Unterhauptes anzulehnen.Google Scholar
  5. 4).
    Hierbei ist zu beachten, daß die Verringerung der -Widerstände und die Vergrößerung der Kräfte insofern ein und derselben Wurzel entspringen, als beide dic gleiche Wirkung haben.Google Scholar
  6. 1).
    Wasserersparnis und Gefällausnutzung entspringen gleichfalls einer Wurzel, nämlich der der Wirtschaftlichkeit bezüglich der Energie des Oberwassers.Google Scholar
  7. 2).
    Z. B. durch Turbinen in Verbindung mit Dynamomaschinen, zum erstenmal an der Schleuse Sault St. Marie, ferner zu St. Denis und am Oder-Spreekanal ausgeführt.Google Scholar
  8. 3).
    N yhol in wandelt die aufgespeicherte Wasserkraft direkt in mechanische Arbeitsleistung zur Bewegung von Tor und Schützen um. - Dr. Klirr (Prag) überträgt die von dem Holländer Wayer ersonnenen Fächertore auf den unterhäuptigen Umlauf in Gestalt eines Winkelschützes mit direktem Wasserdruckantrieb.Google Scholar
  9. 4).
    Die von den Schiffen durchfahrenen Kammern sind feste, massive Kammern. Teleskop-artig ineinander schiebbare Rohre - der dem Verf. unter Nr. 281 600 patentierte Heber mit beweglichem Scheitel besteht gleichfalls aus teleskopartig ineinander schiebbaren Rohren ver- binden die festen Kammern mit zwei Hilfsschleusen, von denen jede in zwei übereinander liegende Ausgleichskammern geteilt ist. Die Hilfsschleusen schwimmen in einem besonderen, massiv begrenzten Wasserbehälter und heben und senken sich bei geringem überdruck des Oberwassers, um durch Aufnahme oder Abgabe ihres ganzen Kammerinhaltes auf dem Wege durch die Teleskoprohre die eigentlichen (massiven) Schiffsschleusen zu füllen oder zu entleeren.Google Scholar
  10. 5).
    Die Schachtschleuse ist als geeignete Sonderform der Sparschleuse zur überwindung großer Gefälle zu nennen. Die geneigten Ebenen als verjüngte Form der alten „Rollbrücken“ und „Schleppen” und die Hebewerke einschließlich Tauchschleuse verlassen die Grundidee der Kammerschleuse, ilie Gefällsüberwindung lediglich durch vorherigen Wasserspiegelausgleich innerhalb einer festen Kammer herzustellen, indem sie statt der festen eine bewegliche Schiffskammer vorsehen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1919

Authors and Affiliations

  • Richard Wreden
    • 1
  1. 1.Geestemünde (Hannover)Deutschland

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