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Zusammenfassung

Die Betriebsverwaltung einer Kleinbahn wird darauf Bedacht nehmen müssen, dass sie mit den Behörden und der öffentlichen Meinung ihres Bezirks sich auf guten Fuss stellt. Wünsche des Publikums, die zu ihrer Kenntniss kommen und erfüllt werden können, müssen beachtet, Beschwerden beantwortet und thunlichst abgestellt, Erleichterungen eingerichtet, Unzuträglichkeiten beseitigt werden. Zwar kann es bekanntlich nicht jedem recht gemacht werden, es werden noch immer manche Anregungen abgelehnt und an sich wünschenswerthe Verbesserungen zurückgestellt werden müssen, doch kann dieses in mehr oder minder verbindlicher Form geschehen, und es gelingt häufig, durch eine offene Darlegung der Gründe die Gegner zu überzeugen. Besonders bei Einführung neuer Einrichtungen, bei etwaiger Erhöhung von Beförderungspreisen, bei Wegfall einer bisher bestandenen Bequemlichkeit ist eine vorherige Ankündigung, mehrmalige Besprechung in der Presse, Erörterung dafür und dagegen zu empfehlen. Da die Verhältnisse klein und leicht übersehbar sind, ist zu erwarten, dass die Bewohner der von einer Kleinbahn durchzogenen Gegend auch auf die Betriebsführung einen Einfluss zu üben versuchen werden, und, da hier viele einander widerstreitende Interessen auf Berücksichtigung Anspruch erheben, so ist der Wunsch des einen nicht zu erfüllen, ohne den des andern zurückzuweisen. Hier ist eine öffentliche Besprechung und Darlegung der Gründe einer von der Kleinbahnverwaltung getroffenen Entscheidung in der Presse immerhin von Nutzen. Es lässt sich aber erwarten, dass, wenn in solcher Weise auf die Wünsche der Bevölkerung gehört und Rücksicht genommen wird, die Anlieger ihre Kleinbahn schätzen und bald nicht mehr mit unbilligen Forderungen bestürmen werden. Die Kleinbahn kann dann in der That das leisten, was bei Erlass des Gesetzes vom 28. Juli 1892 von diesem Verkehrsmittel erwartet wurde: dass sie fruchtbringende Verkehrsadern werden, welche alle irgend erheblichen Verkehrsmittelpunkte an das grosse Eisenbalinnetz des Staates anschliessen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1894

Authors and Affiliations

  • H. Jacobi
    • 1
  1. 1.Betriebsamtes Hannover-CasselCasselDeutschland

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