Rechtsstellung der religiösen Gruppen

  • Rudolf Köstler

Zusammenfassung

Ich habe im vorstehenden vier religiöse Gruppen unterschieden: 1. Die Anhänger einer anerkannten Religion (Religionsgenossenschafter) — ich fasse sie als „anerkannte Bekenner“ zusammen —, 2. Die Bekenner einer nicht annerkannten Gemeinschaftsreligion — die „nicht anerkannten Bekenner“ —, 3. die Vertreter ihrer eigenen Privatreligion — die „Bekenntnislosen“ —, und schließlich 4. Die Gottesleugner — die „Religions- oder Glaubenslosen“. Daß unsere Gesetzgebung tatsächlich diese vier Gruppen kennt und welches ihre Rechtstellung ist, soll im folgenden gezeigt werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 33).
    Dissidere, entfernt sitzen, getrennt sein (Stowassers Lat.-Dtsches Schul- u. Handwörterb., 7. Aufl. [76, Tausend], v. M. Petschenig und F. Skutsch, Leipzig, 1930, S. 244); Dissidenten sind mithin Verbandsfremde.Google Scholar
  2. 34).
    Der Wirderspruch zwischen Überschrift und Inhalt ist wohl darauf zurückzuführen, daß unser StGG. Mit der Aufzählung von Freiheitsrechten eine Nachbildung der französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte ist (vgl. Jellinek, Erklärung, S. 3). Sie färbt auch noch auf die jetzige Verfassung ab, deren zweites Hauptstück „Allgemeine Rechte der Staatsbürger“ überschrieben ist. Vgl. unten 4. Abschnitt, P. 3.Google Scholar
  3. 35).
    So Th. Rittler, Lehrb. des österreichischen Strafrechts, 1. Bd., Wien, 1933, S. 21; vgl. unter Anm. 108.Google Scholar
  4. 36).
    Gesetze vom 15. November 1867, RGGl. Nr. 134 (Vereinsgesetz), und RGBl. Nr. 135 (Versammlungsgesetz), je § 6.Google Scholar
  5. 37).
    Z. B. VwGEE. vom 18. Jänner 1924, Vlg. 13.429 (A); vom 28. März 1927, Vlg. 14.729 (A); vom 23. Mai 1931, Vlg. 16.712 (A); ohne Berufung auf den StV. Kommt zum gleichen Ergebnis: VfGE. Vom 16. Mai 1927, Vlg. 797.Google Scholar
  6. 38).
    Unten im 4. Abschnitt, P. 6.Google Scholar
  7. 39).
    Richtig: VwGE. Vom 26. April 1877, Vlg. 69; falsch: VfGE. Vom 16. Mai 1927, Vlg. 797.Google Scholar
  8. 40).
    OGE. vom 18. Jänner 1898, Vlg. N. F. 3.Google Scholar
  9. 41).
    Der Oberste Gerichtshof wendet in seinem Plenarbeschluß vom 23. April 1926, JB. 22, SZ. VIII, 104 (S. 290), gegen diese Anschauung ein, daß sie zu einer gleichzeitigen Zugehörigkeit zu zwei Religionsgenossenschaften führen würde; das trifft aber nch meiner Meinung gar nicht zu.Google Scholar
  10. 42).
    OGEE. vom 21. Februar 1888, Vlg. 12.057; vom 28. Oktober 1924, Z. Bl., 43. Bd., 1925, S. 106, Nr. 50.Google Scholar
  11. 43).
    OGE. vom 14. Juli 1909, Vlg. 4684.Google Scholar
  12. 44).
    Köstler, Grundfragen, S. 137; vgl. K. Rothenbücher, Trennung von Staat und Kirche, München, 1908, S. 463: „Der staatlichen Rechtssatz lautet: ‚Jeder, der durch die katholische Taufe in die katholische Kirche aufgenommen ist, gehört ihr, solange er sich auf dem Staatsgebiete befindet, an‘“ und dazuGoogle Scholar
  13. 44a).
    K. Neumeyer, Internationales Verwaltungsrecht, Innere Verwaltung, I, München und Berlin, 1910, S. 383 ff., insbes. S. 394 f., 426 u. 429.Google Scholar
  14. 45).
    Motivenbericht zum Anerkennungsgesetz (Beil. 135 des Stenogr. Prot. d. Abgeordnetenhauses, VIII. Session, 2. Bd.) bei Burckhard, Kultusgesetze, S. 11.Google Scholar
  15. 46).
    Henner, Religionsgesellschaften, S. 104, unter Hinweis auf die VwGEE. vom 27. April 1883, Vlg. 1746, vom 24. September 1884, Vlg. 2224, und vom 4. Juni 1886, Vlg. 3092.Google Scholar
  16. 47).
    Die Eheschließung im Ausland darf daher nicht etwa in der Ehematrikel seiner Heimatpfarre eingetragen werden (min. Erl. Vom 19. Dezember 1886, Z. 17.143, bei A. Grießl, Krichliche Vorschriften und Österreichische Gesetze und Verordnungen in Ehe-Angelegenheiten, 3. Aufl., Graz, 1912, S. 437, Nr. 943). Die weitere Evidenthaltung des Personenstandes erfolgt nicht als Religionsgenosstenschafter, sondern als österreichischer Staatsbürger.Google Scholar
  17. 48).
    Vgl. OGE. vom 15. März 1933, J. Bl. 1933, S. 299; vgl. Neumeyer, Internat. Verw. R., I, S. 386.Google Scholar
  18. 49).
    Vgl. OGE. vom 6. Februar 1934, J. Bl. 1934, S. 301; vgl. Neumeyer, a. a. O.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1935

Authors and Affiliations

  • Rudolf Köstler

There are no affiliations available

Personalised recommendations