Gefügeausbildung und Gefügeeigenschaften bei Nichteisenmetallen

  • Otto Mies
Part of the Werkstattbücher book series (WERKSTATTBÜCHER, volume 64)

Zusammenfassung

erstarrt bei 1083° unter Abscheidung von Kristallen mit flächenzentriertem, würfeligem Raumgitter (Abb. 35b, Würfelkante = 3,61 Å), das sich bei weiterer Abkühlung auf Raumtemperatur nicht mehr umwandelt. Wie bei solchem Raumgitter öfter (z. B. bei γ-Fe, Ni, AI, Pb), zeigt der Schliff vieleckige Körner mit mehr oder weniger häufigen Zwillingsbildungen (Abb. 132). Praktisch is technisches Cu ebensowenig rein wie Fe. Die Rolle, die C bzw. Fe3C beim Fe spielt, fällt beim Cu in gewisser Hinsicht dem O bzw. Cu2O (Kupferoxydul) zu. Letzteres bildet im Gefüge kleine rundliche hellblaue Einschlüsse. Bei 1064° entsteht ein — dem Ledeburit entsprechendes — Eutektikum mit 3,45% Cu2O bzw. 0,39% O, das bei Gesamtgehalten von über 0,1% O zusammenhängende, im Schliff gepunktete Körner bildet (Abb. 134). Aus dem Flächenanteil dieser Körner kann (wie beim Perlit [7]) der O-Gehalt des Cu bestimmt werden. Nimmt z.B. das Eutektikum 30% der Gesamtfläche ein, so sind 0,39 · 0,3 = 0,12% O im Cu. Meist übersteigt der O-Gehalt nicht 0,05...0,10%. Dann bildet das Eutektikum im Guß mehr oder weniger dünne Korngrenzen, die beim Durchkneten durch Walzen, Schmieden oder dergleichen zertrümmert werden (Abb. 132). In Längsschliffen lassen sie durch Zeilenanordnung die Streckrichtung erkennen.
Abb. 132a.

V = 100. u. b. Flachkupfer, quer. Dunkle Punkte: Cu2O. Ätzung: Cu-Amm.-Chlorid. a) Kalt gezogen. σ B = 26, δ = 29%. Zahlreiche Zwillinge.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • Otto Mies
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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