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Das Inselzellsystem nach Glucagonzufuhr

  • Joachim Kracht
Conference paper
Part of the Tuberkulose-Forschungsinstitut Borstel book series (TBC BORSTEL, volume 1954/55)

Zusammenfassung

An der endokrinen Regulation des Kohlenhydratstoffwechsels sind neben dem somatotropen und corticotropen Hormon, den Glucocorticoiden und dem Adrenalin vor allem die beiden Inselzellhormone Insulin und Glucagon beteiligt. Das blutzuckersteigernd und glykogenolytisch wirkende Glucagon war als Verunreinigung handelsüblicher Insuline oder in Form von Extrakten zwar schon seit längerem bekannt, gewann aber erst besondere Bedeutung nach seiner Reinigung und kristallinen Darstellung durch Staub und Mitarbeiter im Jahre 1953. Zur Frage nach dem Produktionsort dieses zweiten Inselzellhormons nahm Ferner an, daß es möglicherweise von den A-Zellen gebildet werde. Diese Ansicht gewann an Wahrscheinlichkeit durch seinen biologischen Nachweis im Pankreas alloxandiabetischer Hunde bei gleichzeitiger Ausschaltung des exkretorischen Parenchyms durch Gangunterbindung. Andererseits wurde versucht, die Funktion der A-Zellen durch chemische Schädigung zu klären, wie dies mit Alloxan für die Insulinsynthese in den B-Zellen möglich war. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch durchaus uneinheitlich. Goldner, Volk und Lazarus halten Kobaltchlorid für eine spezifisch α-cytotoxisch wirkende Substanz und vertreten auf Grund von Extraktionsbefunden bei derart behandelten normalen und alloxandiabetischen Tieren die Auffassung, daß Glucagon nicht von den A-Zellen gebildet werden könne. Sie vermuten, daß seine Synthese entweder in den D-Zellen oder in der extrainsulären Komponente des Inselorgans erfolgt. Eigene Befunde und die anderer Autoren sprechen allerdings gegen eine spezifische A-zellenschädigende Wirkung des Kobaltchlorids; sichere degenerative Veränderungen in den A-Zellen und Hypoglykämien werden dagegen mit Synthalin A beim Kaninchen erzielt. Über das von v. Holt und Mitarbeitern zur Ausschaltung der A-Zellen angegebene p-Aminobenzolsulfonamidisopropylthiodiazol haben wir noch keine ausreichenden Erfahrungen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1956

Authors and Affiliations

  • Joachim Kracht

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