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Methoden der Empfängnisverhütung in einem Landbezirk

  • A. Huber
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie book series (VERH.GYNÄKOLOG., volume 37)

Zusammenfassung

Um einen Überblick zu gewinnen, wieweit innerhalb einer größeren, abgrenzbaren Personengruppe überhaupt Empfängnisverhütung betrieben und welche Methoden vorwiegend zur Anwendung kommen, wurden zwischen 1. 1. 67 bis 30. 6. 68 4447 Frauen (zwischen 15–45 Jahren) im Rahmen der Sprechstunde einer Befragung unterzogen. Die Studie betrifft die Bewohnerinnen eines Tiroler Landbezirkes und vermittelt einen repräsentativen Querschnitt, da etwa jede 4. Frau im geschlechtsreifen Alter erfaßt wurde. Die Antworten wurden u.a. auch grobschema-tisch nach Berufsgruppen (Arbeiter, Angestellte, Bauern, Akademiker) aufgegliedert. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung waren:
  1. 1

    Durchschnittlich betreiben fast 63% der Befragten Empfängnisverhütung (Akademiker 72%, abfallend bis zu den Bäuerinnen mit 52%), die Häufigkeit scheint mit dem Bildungsgrad abzunehmen.

     
  2. 2

    Häufigkeit der angewandten Methoden: An der Spitze steht in fast allen Gruppen der Coitus interruptus, gefolgt von den Ovulationshemmern und der Zeitwahlmethode. Nur bei Akademikern stehen Ovulationshemmer bereits an erster Stelle, gefolgt von der Zeitwahl. Mechanische Methoden (Condom 5%, Diaphragma 1%) sind weitaus weniger beliebt als z.B. in angelsächsischen Ländern.

     
  3. 3

    Konzeptionsverhütung bei Jugendlichen: Unverheiratete unter 20 Jahren betreiben zu 57% Konzeptionsverhütung, hier steht der Coitus interruptus auch an erster, Ovulationshemmer an zweiter Stelle.

     
  4. 4

    Die Einnahme von Ovulationshemmern ist überall im Steigen begriffen. Jede 5. Frau scheint bei den Befragten bereits eines der marktgängigen Präparate einzunehmen, jede 3. von den Frauen, die Empfängnisverhütungsmittel anwenden; von den Unverheirateten unter 20 nimmt bereits jede 7. die „Pille“.

     
  5. 5

    Soweit bis jetzt beurteilt werden kann, hat dieser allgemeine Trend zur „Pille“ auch in jüngster Zeit trotz der päpstlichen Enzyklika nicht nachgelassen, obwohl die Bevölkerung des untersuchten Bezirkes zu 97% katholisch ist.

     

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • A. Huber
    • 1
  1. 1.SchwazÖsterreich

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