Wärmelehre

  • H. A. Stuart

Zusammenfassung

Die Tatsache, daß durch Reibung, also durch fortgesetzte mechanische Arbeitsleistung, beliebig viel Wärme erzeugt werden kann, hat die bis ins 19. Jahrhundert verbreitete Ansicht, Wärme sei ein unwägbarer, den Körpern beigegebener Stoff, unhaltbar gemacht. Die Erfahrung hat gelehrt, s. § 75, daß Wärme eine Energieform ist. Die bei der Reibung vernichtete mechanische Energie ist nur scheinbar verloren, sie ist auf die Atome und Moleküle des sich erwärmenden Körpers übergegangen. Je mehr Wärmeenergie ein Körper aufnimmt, um so mehr Energie wird seinen Molekülen zugeführt, um so lebhafter wird deren Bewegung, wie wir bei der Bnownschen Bewegung, s. § 40, erkennen können. Wärme ist also nichts anderes als Bewegungsenergie der Moleküle. In einem Kristall, sowie in einer Flüssigkeit enthält diese Energie sowohl einen kinetischen wie potentiellen Anteil. Die Summe dieser beiden molekularen Energien bezeichnet man als die innere Energie des Körpers. Sie wächst mit der Temperatur.

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Literatur

  1. 1.
    Würden wir andere physikalische Eigenschaften der Temperaturmessung zugrunde legen, so würden wir wieder andere Temperaturskalen erhalten.Google Scholar
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    Und zwar technisches Pentan, reinstes n-Pentan, wird bei — 160° fest.Google Scholar
  3. 1.
    JuLlus ROBERT MAYER, 1814–1878, Arzt in Heilbronn, ist der eigentliche Entdecker des Prinzips von der Erhaltung der Energie. Er hat auch als erster das mechanische Wärmeäquivalent, und zwar aus der experimentell bekannten Differenz der spezifischen Wärmen eines Gases, die ja ihr Äquivalent in einer äußeren Arbeitsleistung hat, vgl. § 76, berechnet. MAYERS geniale Leistung wurde von seinen deutschen Zeitgenossen völlig verkannt. Es blieb dem Engländer TYNDALL vorbehalten, seine Anerkennung durchzusetzen.Google Scholar
  4. 1.
    Genau ist b = 4 NL 3 r3 also gleich dem vierfachen Eigenvolumen aller Moleküle; N L ist die LosoxMmTsche Konstante, r der Radius der Moleküle.Google Scholar
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    Daher erfolgen beim Durchgang einer Schallwelle durch ein Medium dessen Zustandsänderungen adiabatisch.Google Scholar
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    Die zum Antrieb erforderliche Energie findet sich im wesentlichen als kinetische Energie der vom fahrenden Schiff erzeugten Wellen und Wasserwirbel wieder und wird schließlich in Reibungswärme umgewandelt, mit der das Eis wieder geschmolzen werden könnte, so daß schließlich das Meerwasser die ursprüngliche Temperatur annehmen und nicht einmal eine Abkühlung erfahren würde.Google Scholar
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    Nur bei einem einmaligen Vorgange, bei dem das arbeitende System nicht in seinen Ausgangspunkt zurückkehrt, also keinen Kreisprozeß durchläuft, kann, wie z. B. bei der isothermen Expansion, einem Behälter Wärme entzogen und im Idealfall der ganz langsamen Expansion sogar restlos in Arbeit verwandelt werden.Google Scholar
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    Ein Schiff auf einem See hat zwei Freiheitsgrade, ein Schienenfahrzeug nur noch einen Freiheitsgrad.Google Scholar
  9. 2.
    An dieser Energieverteilung sind auch größere Teilchen beteiligt, z. B. Staubpartikelchen in Luft oder die kolloidalen Teilchen einer Lösung. Daher ist die BRowNsche Wimmelbewegung eine ins Sichtbare vergröberte Molekularbewegung.Google Scholar
  10. 1.
    Gase und Dämpfe sind physikalisch dasselbe, es ist aber üblich, bei Stoffen mit hohem Siedepunkt bzw. dann, wenn das Gas mit seiner eigenen Flüssigkeit in Berührung steht, von Dampf zu sprechen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • H. A. Stuart
    • 1
  1. 1.HannoverDeutschland

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