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VIII. Abschnitt

  • L. Loewenfeld

Zusammenfassung

Wir haben an früherer Stelle bereits die Kriterien der Dummheit besprochen. Wenn wir es trotzdem nicht für überflüssig erachten, einem Gebrauche der medizinischen Literatur folgend, hier der Erkennung der Dummheit noch eine kurze besondere Besprechung zu widmen, so geschieht es deshalb, weil die Unterscheidung der normalen intellektuellen Minderwertigkeit von den besseren Begabungsgraden zuweilen, von den tiefer stehenden, dem Gebiete des Pathologischen angehörenden, dem Schwachsinn, sogar häufig auf Schwierigkeiten stößt, die eine Quelle zum Teil schwerwiegender Irrtümer bilden. Wir haben den Umstand ebenfalls schon an früherer Stelle berührt, daß bei den Beschränkten auf Grund angeborener Veranlagung einzelne besondere Talente bestehen oder durch Übung und Unterweisung einzelne Fähigkeiten besonders ausgebildet sein mögen. Hiedurch wird das Urteil über die Gesamtbegabung des Individuums nicht selten irre geleitet.

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Literatur

  1. Ziehen (Die Prinzipien unb Methoben ber Intelligenzprüfung, Berlin 1908) erwähnt in bieser Beziehung u. a. folgenbes: Viele vollsinnige Berliner Arbeiter wissen vom Kriege 1870–71 fast nichts mehr. Von ben l-Iauptstäbten ber einzelnen Länber haben manche keine Ahnung. Geschichtliche Personen werben in unglaublicher Weise verwechselt. Die Kenntnis bes Einmaleins ist auch bei Vollsinnigen nicht immer vollstänbig. Speziell wirb 7X8 öfters unrichtig angegeben. Die Zahl ber Tage im Jahre unb gar im Schaltjahr ist vielen vollsinnigen Inbivibuen nicht bekannt. Antworten wie 250, 350, 360, 356 beweisen noch keinen Intelligenzdefekt.Google Scholar
  2. In fact`, bemerkt Tredgold (Mental Deficiency, Lonbon 1908, Seite 142) inbezug auf bie in Frage stehen-ben Kinber, „their whole bemeanour and behaviour are characterizeb by a more or less bull stolibity. Here, again, I bo not think the conbition is necessarily one of mental defect; it is physiological, and not pathological, although unboubtebly it is the normal in its lowest mental form“ (es ist ber Normalzustand in seiner untersten geistigen Form).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • L. Loewenfeld
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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