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IV. Abschnitt

  • L. Loewenfeld

Zusammenfassung

Interdum dormitat Homerus. Schon die Alten erkannten, daß selbst bei den geistig hervorragendsten Personen der Verstand zeitweilig sozusagen schläft. Es liegt nahe, daß dies bei den nur gut Begabten und den Mittelmäßigen häufiger der Fall ist. An früherer Stelle haben wir bereits verschiedene Umstände kennen gelernt, auf welche die Ungleichmäßigkeit der geistigen Leistungen intelligenter Personen zum Teil zurückzuführen ist: geringe Entwicklung einzelner Spezialfähigkeiten, Mangel von Übung auf bestimmten Gebieten intellektueller Tätigkeit, die Macht der Leidenschaft. Neben den durch diese Momente bedingten intellektuellen Minderwertigkeiten finden wir jedoch nicht selten eine Urteilsschwäche auf einzelnen Gebieten, die von den übrigen Verstandesleistungen der betreffenden Personen mehr oder weniger absticht. Eine der häufigsten Formen, in der dieser Mangel auftritt, ist das Steckenpferd, die Beschäftigung mit einem Gegenstande und die Schätzung desselben in einer Weise, die in keinem Verhältnis zu seiner Bedeutung steht. Die Art des Steckenpferdes wechselt natürlich je nach dem Stande, Berufe, der Bildung und den äußeren Lebensverhältnissen des Individuums.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • L. Loewenfeld
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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