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Die wichtigsten akuten Geisteskrankheiten des Kindesalters

  • Wilhelm Strohmayer

Zusammenfassung

M. H.! Bei der Besprechung der Geisteskrankheiten des Kindesalters habe ich nur die selbständigen akuten Psychosen im Auge, die in der Mehrzahl auch dem Laien als „Irrsinn“ imponieren und bei längerer Dauer eine psychiatrische Anstaltsbehandlung erfordern. Die ausgesprochen transitorischen psychotischen Erscheinungen bei der Epilepsie und Hysterie (Dämmerzustände) haben wir ja bereits früher betrachtet und der großen Defektpsychose des kindlichen Schwachsinns allein mehrere Stunden gewidmet. Nicht alle geistigen Erkrankungen des Kindesalters kommen in klinische Behandlung. Eine Keine von kindlichen Psychosen wird aus naheliegenden Gründen in der Häuslichkeit behandelt und geheilt. Ich denke dabei an die Delirien, welche als Fieber- oder Deferveszenzdelirien die akuten Infektionskrankheiten des Kindesalters begleiten (Masern, Scharlach) und durch Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen und Assoziationsstörungen im Sinne der Inkohärenz ausgezeichnet sind. In neuester Zeit hat uns auch die Grippeencephalitis vorübergehende psychotische Erkrankungen dieser Art gebracht. Ein anderer Teil der kindlichen Psychosen nimmt mit oder ohne sachgemäße Therapie außerhalb der Anstalt den unheilvollen Ausgang in Verblödung (Demenz) und die Kinder kommen dann als „Blöde“ in die Idiotenanstalt. Deshalb ist es auch schwer, genaue Angaben über die relative Häufigkeit der akuten Psychosen während des schulpflichtigen Alters (vom G. bis 14. Lebensjahre) zu machen1).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1923

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Strohmayer
    • 1
  1. 1.Universität JenaDeutschland

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