Advertisement

Fuss und Bein pp 443-444 | Cite as

Warzen an der Fußsohle

  • Georg Hohmann

Zusammenfassung

Sie sind wegen der oft außerordentlich starken Beschwedren beim Gehen praktisch von großer Wichtigkeit, zumal sie nicht selten vorkommen. Sie sitzen gewöhnlich am Vorfuße in der Gegend der Metatarsalköpfchen, an der Ferse oder der Vorderseite gekrümmter Zehen, kurz wo starke Belastung ist, und werden besonders gern bei Kindern beobachtet. Da der Fuß bei der Belastung, und zwar beim Abwickeln schmerzt, vermeiden die Patienten diese Phase des Ganges und gehen zur Schonung mit steifgehaltenem Sprunggelenk oder auf der Außenkante. Oft werden die Warzen mit Clavi verwechselt, die an derselben Stelle bei der Plantarsenkung der mittleren Metatarsalien beim Spreizfuß vorkommen. In dieser Verwechslung wird dann bisweilen der Versuch gemacht, sie wie Clavi mit dem Messer oberflächlich zu entfernen. Es blutet hierbei, und es gelingt nicht, sie zu beseitigen. Sie unterscheiden sich rein äußerlich von Schwielen und Clavi durch die größere Weichheit und Zerklüftung des Gewebes, die durch die gewucherten, sehr gefäßreichen Hautpapillen bedingt ist. Die obersten Spitzen der Hautpapillen sind verhornt, da ihre Gefäße durch ihr Längenwachstum gezerrt, gedehnt und dadurch thrombosiert werden, wodurch sie mangelhaft ernährt sind und verhornen. Äußerlich sieht die Warze wie siebartig durchlöchert aus, infolge der gewucherten und verhornten Papillen. Man entfernt sie entweder mit einer Röntgenbestrahlung oder man kratzt sie mit dem scharfen Löffel bis auf den Grund aus oder schließlich man ätzt sie mit rauchender Salpetersäure oder Höllensteinlösung, allmählich immer tiefer in das Warzengewebe eindringend, unter täglichem Betupfen, in 8–14 Tagen weg.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1951

Authors and Affiliations

  • Georg Hohmann
    • 1
  1. 1.Orthopädischen UniversitätsklinikMünchenDeutschland

Personalised recommendations