Studien über Methämoglobin, Phenyl- und Tolylhydroxylamin

  • Hildegard Schlimme

Zusammenfassung

In Verordnungen des Reichsgesetzblattes (12. Mai 1925, RGB1. 1, S. 69, 11. Februar 1929 und 16. Dezember 1936, RGB1. I, S. 1117) werden die Vergiftungen durch eine große Reihe von Nitro- und Aminokörpern des Benzols und seiner Homologen als Berufskrankheiten anerkannt, wobei besonders die Wirkung dieser Stoffe auf den Blutfarbstoff (Methamoglobinbildung) und die bei der chronischen Vergiftung eintretende Leberschädigung hervorgehoben werden. Es besteht also grundsätzliche Übereinstimmung, daß die aromatischen Nitrokörper und Amine das gleiche Vergiftungsbild hervorrufen können. Dies hat seinen Grund darin, daß die aromatischen Nitro- und Aminoverbindungen im Körper zu gleichen Produkten umgewandelt werden, die einen durch Oxydation, die anderen durch Reduktion. Nach Versuchen von Lipschitz mit o-Dinitrobenzol war anzunehmen, daß von den Reduktionsprodukten des Nitrobenzols das Phenylhydroxylamin am intensivsten Methämoglobin (oder Hämiglobin) bildet. Damit war eine Brücke zum Anilin hergestellt, dessen erstes Oxydationsprodukt im Organismus ja Phenylhydroxylamin sein muß (1). In Versuchen an Katzen fand v. Issekutz (2), daß 1 mg/kg Phenylhydroxylamin in wässeriger Lösung bereits nach 1 Stunde eine 50%ige Umwandlung des Blutfarbstoffes in Methämoglobin herbeiführte, während zur Erzielung des gleichen Effektes mit Anilin etwa die zehnfache Dosis nötig ist. Phenylhydroxylamin kann ein Vielfaches der Menge an Methämoglobin erzeugen, die seiner Molzahl entspricht. Diese stark katalytische Wirkung wird dadurch erklärt, daß bei dem Umsatz des Phenylhydroxylamins mit dem Blutfarbstoff eine Kreisreaktion unter Entstehung eines höher oxydierten Radikals eine Rolle spielt (3).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1944

Authors and Affiliations

  • Hildegard Schlimme
    • 1
  1. 1.StöckheimDeutschland

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