Menschliche, medizinische Parallelen zu den verschiedenen Möglichkeiten der Entstehung von neuen Eigenschaften

  • O. Naegeli

Zusammenfassung

Wenn wir nun versuchen1), streng auf dem Boden. der naturwissenschaftlichen Erkenntnis die Variabilität beim Menschen zu deuten und genetisch zu erfassen, so ist zunächst in der denkbar strengsten Weise das dauernd Vererbbare vom nicht Vererbbaren zu scheiden, und dieses letztere muß nun nach den obigen Ausführungen mit Notwendigkeit in das Gebiet der Modifikationen eingefügt werden. Dabei kommt einzig noch in Frage, daß bei der komplizierten Polyhybride, die das Genus Homo sapiens darstellt, plötzlich auch durch Bastardierung wieder Eigenschaften und Erscheinungen herausmendeln können, die wir zunächst in Unkenntnis der Ahnen als etwas Neues deuten möchten.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1927

Authors and Affiliations

  • O. Naegeli
    • 1
    • 2
  1. 1.Inneren Medizin an der UniversitätZürichSchweiz
  2. 2.Medizinischen Universitätsklinik ZürichZürichSchweiz

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