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Zusammenfassung

Zusammenfassend kann gesagt werden:
  1. 1.

    Wie schon Dohbn (27) gefunden und Reese (123) und Kiecke-busch (62) bestätigt haben, differenzieren sich die Drüsenzylinder aus der ventrolateralen Einfaltung durch eine basal gerichtete Verschiebung von Kernen.

     
  2. 2.

    Die Sekretionsleisten entstehen als Differenzierung des apikalen Teils der Flimmerepithelzellen, die den Drüsenzylinder bilden. Sie erhalten ihre definitive Form durch die von dorsal beim ersten, von ventral beim zweiten Drüsenzylinder peripher sich vorbeischiebenden Flimmerzellen.

     
  3. 3.

    Der ventrale, sog. zweite Drüsenzylinder wird bei der Entwicklung der Thyreoidea entgegen der Ansicht von Kieckebusch vor dem dorsalen sog. ersten Drüsenzylinder angelegt. Seine Differenzierung erfolgt freilich erst später als die des ersten Drüsenzylinders.

     
  4. 4.

    Die Zellgrenzen der Zellen der Drüsenzylinder verschwinden schon vor dem Beginne der Sekretion. Ihr Verschwinden steht in keinem bestimmten Verhältnis zur Sekretion der Drüsenzylinder.

     
  5. 5.

    Der Drüsenzylinder wird aus einem Zellsynzytium gebildet. Der Drüsenzylinder s. s. bildet mit dem Sekretpfropf und der Sekretionsleiste mit ihrem Flimmerfortsatz ein lebendiges Ganzes, das nach Abschluß der normalen Entwicklung Zuwachs von den hohen Flimmerzellen erhält.

     
  6. 6.

    Meine Funde an Mitochondrien in ausgewachsenen Querdern stimmen vollkommen mit den Funden Keibels überein. In jungen Larven von 6 mm habe ich in fast allen Zellen des Körpers Mitochondrien gefunden. Sowohl in den ausgewachsenen wie in den jungen Larven sind sie als kurze, dicke, fast gerade oder leicht gebogene Stäbchen oder lange, dünnere, gewellte Fäden sichtbar. Sie zeigen in Kolster-Präparaten weder Aufhellungen noch Auftreibungen in ihrem Verlaufe. Ich habe nie ähnlich gefärbte Körnchen in ihrer Nähe gesehen. Es besteht keine Segmentation des einzelnen Fadens. Ich habe also, wie schon oben betont, nirgends eine direkte Umwandlung von Mitochondrien in Sekret gesehen in der Art, wie sie von Meves (83–87), Regaud (124 bis 128), Policakd (110–118), Takagi (141, 142), um nur wenige zu nennen, angenommen wurde. Allerdings habe ich bei ausgewachsenen Larven im Kolster-Präparat eine reziproke Färbbarkeit von Sekret und Mitochondrien bei Eisenalaun-Eisenhämatoxylin-Färbung gefunden, die einen Ubergang von Substanzen aus den Mitochondrien in das Sekret möglich erscheinen läßt.

     
  7. 7.

    Über die Abstammung der Mitochondrien, ob ständige vererbbare Zellorganelle oder Differenzierungsprodukt des Plasmas, kann ich nichts aussagen, da sich das Ei, die Furchungsstadien und die jüngsten Stadien der geschlüpften Larve ihres Dotterreichtums halber nicht zu diesen Untersuchungen eignet. Dagegen möchte ich die Befunde an Mitochondrien sehr verschiedener Länge und verschiedenen Kalibers (unabhängig von Länge und Lagerung) bei Tieren von 14 mm Länge für die Annahme einer Vermehrung der Mitochondrien durch Querteilung verwerten.

     
  8. 8.

    Die Beziehung der Mitochondrien der ausgewachsenen Larven zum Sekret ist schon besprochen. Für die Beziehung der Mitochondrien der Drüsenzylinder junger Larven zum Sekret geben meine Präparate keinen Anhalt. Doch konnte festgestellt werden, daß die Mitochondrien bei den jungen Larven auch im apikalen Teil der Drüsenzylinder reichlich vorhanden sind. Bringt man diesen Befund in Beziehung zu der stärkeren Färbung des Sekretes in Bouin-Hämatoxylin-Chromotrop-Präparaten der Drüsenzylinder von Larven von 7–14 mm Länge, so wäre anzunehmen, daß das Sekret der jungen Stadien eine andere Reaktion hat als das der älteren Stadien.

     
  9. 9.

    Die Annahme von Kieckebusch, daß der zweite Drüsenzylinder eine andere Funktion hat als der erste, gewinnt durch meine Befunde an Mitochondrien im apikalen Teil des zweiten Drüsenzylinders an Wahrscheinlichkeit. Im apikalen Teil des zweiten Drüsenzylinders sind sehr viel mehr Mitochondrien färbbar als im apikalen Teil des ersten Drüsenzylinders. Sie tingieren sich stärker und haben ein nicht so geringes Kaliber wie die im ersten Drüsenzylinder.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

Authors and Affiliations

  • Hilde Hensel
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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