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Dampfkraft pp 134-156 | Cite as

Der Wasserumlauf

  • Friedrich Münzinger

Zusammenfassung

Wird der geneigte Teil einer mit zwei senkrechten Schenkeln an einen Wasserbehälter angeschlossenen Rohrschleife beheizt, so fängt das darin befindliche Wasser nach einiger Zeit an zu kreisen, weil sein spezifisches Gewicht im aufsteigenden Rohrstück leichter als im nicht beheizten fallenden wird. Allmählich wird auch der Wasservorrat im Behälter wärmer, bis er schließlich eine solche Temperatur erreicht, daß ein Teil des umlaufenden Wassers zu verdampfen beginnt. Der Fallrohr genannte Rohrschenkel, in dem das Wasser abwärts strömt, ist dann mit Wasser von annähernd Sättigungstemperatur, der andere, Steigrohr genannte, mit einem Dampf-Wassergemisch gefüllt, das um so mehr Dampf enthält, je stärker beheizt und je länger das von den Rauchgasen bespülte schräge, Siederohr genannte Rohrstiick ist. Mit zunehmender Dampfbildung steigt die Eintrittsgeschwindigkeit des Wassers ins Siederohr, die im vorliegenden Fall gleich der Eintrittsgeschwindigkeit ins Fallrohr ist, und Umlaufgeschwindigkeit heißt. An denselben Behälter bzw. an ein Fallrohr können mehrere Siederohre angeschlossen werden. Der in dem aus dem Steigrohr austretenden Gemisch enthaltene Dampf trennt sich im Behälter vom Wasser und kann irgendeinem Verwendungszweck zugeführt werden. Wird ebensoviel Dampf entnommen, wie entwickelt wird, so stellt sich ein bestimmter Druck im Dampfraum über dem Wasserspiegel und eine bestimmte Umlaufgeschwindigkeit ein, die im allgemeinen mit der Beheizung zunimmt. Soll der Wasserstand konstante Höhe haben, so muß dem Behälter ebensoviel Speisewasser zugeführt werden, wie Dampf entnommen wird. Je nach der Temperatur des Speisewassers und dem Verhältnis zwischen stündlich gespeister Wassermenge und Wasservorrat im Behälter fängt die Verdampfung in den Siederohren früher oder später an, die Umlaufgeschwindigkeit hängt also auch von der Speisewassertemperatur ab. Diese recht verwickelten Vorgänge nennt man den natürlichen oder selbsttätigen Wasserumlauf. Auf ihm beruht das Arbeiten der meisten Wasserrohrkessel.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1933

Authors and Affiliations

  • Friedrich Münzinger
    • 1
  1. 1.CharlottenburgDeutschland

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