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Zusammenfassung

Wird ein beliebig abgeglichenes Erdreich durch eine Wand abgeschlossen, so hat diese im Ruhezustand den Erddruck (aktiven Erddruck) aufzunehmen, indem sie ihm durch einen entgegengesetzt gleichen Druck das Gleichgewicht hält. Drückt man diese Wand durch eine zusätzliche, stetig anwachsende Kraft1 an das Erdreich an, so wird sein natürlicher Spannungszustand, weil es nicht, wie eine Flüssigkeit in einem großen, offenen Gefäß, sofort widerstaAdslos ausweichen kann, gesteigert. Da ferner der Widerstand, dem die einzelnen Teilchen begegnen, indem sie dem Drucke auszuweichen streben, ein verschiedener ist (an der Oberfläche 0, mit wachsender Tiefe zunehmend), so werden auch die Pressungen der einzelnen Teilchen infolge der zusätzlichen Kraft mit der Tiefe zunehmen. Diese durch die Wand auf das Erdreich über-tragenen, mit der Größe der Kraft stetig zunehmenden Pressungen verursachen Spannungsgefälle gegenüber den von der Wand entfernteren Teilchen und führen zu ständigen Spannungsausgleichen, durch Umlagerung der Teilchen und Verdichtung des Bodens, welche letztere dabei mit der Tiefe zunehmen muß. Es ist klar, daß diese Spannungsgefälle, die Größe der Pressungen und die Größe der zusätzlichen Kraft von den möglichen Widerständen des Erdreiches in den verschiedenen Tiefen ab-hängen, daß also die zusätzliche Kraft, als Summe dieser Einzelwider-stände, eine gewisse Grenze (den Erdwiderstand, passiven Erddruck) nicht überschreiten kann, weil mit dem Überschreiten dieser Grenze das Erdreich nachgibt.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1928

Authors and Affiliations

  • Heinrich Pihera
    • 1
  1. 1.Teplitz-SchönauDeutschland

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