Die somato-viscerale Sensibilität

  • Hermann Rein
  • Max Schneider

Zusammenfassung

Unter den 5 klassischen Sinnen wurde außer dem Gesichts-, Gehör-, Geschmack- und Geruchssinn das Getast als 5. einheitlicher Sinn aufgeführt. Bei genauerer Untersuchung stellt sich jedoch heraus, daß bei der Beurteilung eines betasteten Gegenstandes ganz verschiedenartige Receptoren gereizt werden (unter denen allerdings den Berührungs- bzw. Druckreceptoren eine besondere Rolle zufällt), wobei durch adäquate Reizung von verschiedenen Receptoren ganz unterschiedliche Empfindungen ausgelöst werden und weiter, daß auch in den tiefen Strukturen ähnliche Receptoren wie in der Haut vorkommen, von denen aus ähnliche Empfindungen zustandekommen. Wenn auch das Vorhandensein einer besonderen Receptorenart keineswegs die Annahme eines besonderen Sinnes (einer besonderen Sinnesmodalität) notwendig macht, so sind doch die ausgelösten Empfindungen zum Teil so unterschiedlich, daß es aus Gründen der Übersichtlichkeit günstig erscheint, hier von vornherein von verschiedenen Modalitäten auszugehen. Es ist oben schon angedeutet worden, daß es in manchen Punkten den Anschein hat, als ob es sich nur um verschiedene Qualitäten desselben Modalkreises handle, da die zu einem Rückenmarkssegment gehörigen Receptoren ihre Erregungen schließlich einem gemeinsamen Areal der Großhirnrinde übermitteln. Deshalb ist hier die Abgrenzung der Modalitäten weniger scharf als etwa zwischen Auge und Ohr.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Hermann Rein
  • Max Schneider
    • 1
  1. 1.Instituts für Normale und Pathologische PhysiologieUniversität KölnKölnDeutschland

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