Zusammenfassung

Das ZNS bildet ein geordnetes Ganzes, das mit unterschiedlicher Betonung der Einzelteile arbeitet. Wenn wir jedoch die einzelnen Gesetzmäßigkeiten studieren wollen, die dieses Ganze beherrschen, so können wir das nur an Einzelteilen tun. Diese getrennte Untersuchung von Einzelteilen bildet allerdings nicht nur einen Notbehelf, weil sich nämlich im ZNS ein gewisser Schichtenaufbau manifestiert, wobei jeweils die nächsthöhere Schicht die untere nicht etwa vollständig beherrscht (so wie am Herzen der Sinusknoten den Atrioventrikularknoten), wohl aber ihre möglichen Funktionen einerseits einschränkt und andererseits erweitert. Umgekehrt wirken die tieferen auf die höheren Schichten zurück und deren Möglichkeiten sind um so größer, je differenzierter die tieferen Schichten sind. Es finden sich Einzelteile, die sich jedoch gegenseitig bedingen und dabei eine aufsteigende Kette bilden. Wir werden deshalb im allgemeinen in den folgenden Kapiteln von den unteren Schichten nach den oberen aufsteigen und beginnen mit der Besprechung des Rückenmarks. Es bringt dies den Vorteil mit sich, daß wir eine ganze Reihe von Gesetzmäßigkeiten, die für das ganze ZNS Gültigkeit haben, leichter studieren können als in den noch komplizierteren höheren Schichten. Man muß sich nur immer bewußt bleiben, daß ein isoliert funktionierendes Rückenmark gegenüber den normalen Bedingungen eine weitgehende Abstraktion darstellt. Im Gegensatz zum peripheren Nerven, wo wir Einzelneurone untersucht haben, wird es uns hier hauptsächlich darauf ankommen, Neuronenverbände in ihren Gesetzmäßigkeiten zu studieren.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bard, Px. (Herausgeb.): Patterns of organization in the central nervous system. (Beiträge von Kgffler, Lloyd, Bernhard, Magladery u. a.) Res. Publ. Ass. nerv. ment. Dis. 30 (1952).Google Scholar
  2. Bremer, F., V. Bonnet et J. Moldaver: Contributions it l’étude de la physiologie générale des centres nerveux. Arch. in Physiol. 52, 1–248 (1942).Google Scholar
  3. Brine: jr., F.: Synaptic mechanisms. In Stevens’ Handbook of exp. Psychology. New York: Wiley 1951.Google Scholar
  4. Creed, R. S., D. Denny-Brown, J. C. Eccles, E. G. T. Liddell and C. S. Sherrington: Reflex activity of the spinal cord. Oxford: Clarendon Press 1932.Google Scholar
  5. Delmas, J, et A. Delmas• Voies et centres nerveux. Paris: Masson and Cie. 1949.Google Scholar
  6. Eccles, J. C.: The neurophysiological basis of mind. Oxford: Clarendon Press 1953.Google Scholar
  7. Eccles, J. C.: The physiology of nerve cells. Baltimore: Johns Hopkins Press 1957.Google Scholar
  8. Eccles, J. C. (Edit.): A discussion on excitation and inhibition. Proc. roy. Soc. B 140, 169 (1952).Google Scholar
  9. Fglton, J. F.: Physiologie des Nervensystems. Stuttgart: Ferdinand Enke 1952.Google Scholar
  10. Gellhorn, E.: Physiological foundations of neurology and psychiatry. Minneapolis: University of Minnesota Press 1953.Google Scholar
  11. Granit, R.: Receptors and sensory perception. Yale University Press 1955.Google Scholar
  12. Granit, R.: Über die absteigenden Einflüsse der Formatio reticularis, in Med. Grundlagenforschung II, Stuttgart: Georg Thieme 1959.Google Scholar
  13. Hiller, F.: Rückenmark. In Handbuch der inneren Medizin, Bd. V/1, S. 278. 1953.Google Scholar
  14. Hoffmann, P.: Die physiologischen Eigenschaften der Eigenreflexe. Ergebn. Physiol. 36, 15 (1934).CrossRefGoogle Scholar
  15. Hoffmann, P.: Allgemeine Physiologie der Reflexe. Fortschr. Neurol. Psychiat. 13, 331 (1941).Google Scholar
  16. Holst, E. v.: Die relative Koordination als Phänomen und als Methode zentralnervöser Funktionsanalyse. Ergebn. Physiol. 42, 228 (1939).CrossRefGoogle Scholar
  17. Holst, E. v.: Das Muskelspindelsystem der Säuger. Fortschr. Zool. 10, 382 (1956).Google Scholar
  18. Jung, R.: Die Tätigkeit des Nervensystems. In Handbuch der inneren Medizin, Bd. V/1, S. 1. 1953.Google Scholar
  19. Leksell, L.: The action potential and excitatory effects of the small ventral root fibres to skeletal muscle. Acta physiol. scand. 10, Suppl. 31 (1945).Google Scholar
  20. Paillard, J.: Réflexes et régulations d’origine proprioceptive chez l’homme. Paris 1955.Google Scholar
  21. Sherrington, C. S.: The integrative action of the nervous system. London 1906.Google Scholar
  22. Wartenberg, R.: Die Untersuchung der Reflexe. Stuttgart: Georg Thieme 1952.Google Scholar
  23. Winterstein, H.: Grundbegriffe der allgemeinen Nervenphysiologie. In Handbuch der Neurologie, Bd. 2, S. 69. 1937.Google Scholar
  24. Wolstenholme, G. E. W. (Herausgeb.): The spinal cord. Ciba Foundation Symposium. London: Churchill 1953.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • Hermann Rein

There are no affiliations available

Personalised recommendations