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Über Defektversuche zur Lösung der Frage nach der Rolle von Zellkern und Plasma bei der Vererbung

  • Richard Harder

Zusammenfassung

Bei der Vermehrung der Organismen kann ein neues Individuum auf zweierlei Weise entstehen: asexuell oder sexuell. Bei der asexuellen Bildung löst sich ein kleinerer oder größerer Teil vom Elterorganismus ab und wächst zu einem neuen Individuum heran; bei der sexuellen Fortpflanzung dagegen kopulieren zwei Geschlechtszellen (Gameten) miteinander, und aus deren Verschmelzungsprodukt entwickelt sich ein neuer Organismus. Vom Gesichtspunkt der Vererbung betrachtet wird ein asexuell entstandenes Individuum die gleichen Eigenschaften haben wie der Elter — es ist ja nichts anderes als ein losgelöster, direkt wieder heranwachsender Teil des Elters —, ein sexuell gebildeter Organismus dagegen wird eine Mischung der von den beiden kopulierenden Sexualzellen mitgebrachten Eigenschaften enthalten. Diese Sexualzellen sind bei niedrig organisierten Lebewesen häufig alle vollkommen gleich gestaltet, bei den höher organisierten liegt dagegen eine Differenzierung in eine große weibliche Eizelle und eine kleine männliche Spermazelle vor. Abgesehen von der Größe unterscheiden sich Ei- und Spermazelle auch noch durch ihren Zellbau. Die Eizelle ist hinsichtlich ihres Gehaltes an lebender Substanz — dem Zellkern und dem Plasma — normal organisiert, sie enthält beide Komponenten, also sowohl einen Kern wie auch Plasma; die Spermazelle dagegen besteht sehr häufig lediglich aus einem Kern.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1929

Authors and Affiliations

  • Richard Harder
    • 1
  1. 1.StuttgartDeutschland

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