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Zusammenfassung

Die Besichtigung deutscher Hochbau-Baustellen führt den Betriebsfachmann zur Feststellung, daß der Grad der Organisation bei den einzelnen Unternehmungen ein sehr verschiedener ist. Man trifft Baustellen mit guter, la glänzender Organisation und wieder Baustellen, deren organisatorische Mängel sofort sichtbar sind. Im allgemeinen kann man sagen, daß die Organisation um so besser ist, je größer der Maschineneinsatz auf der Baustelle ist; doch trifft man auch hier Baustellen, wo die Maschinenverwendung nicht zweckmäßig, wo der ganze Maschinenpark nicht einheitlich abgestimmt ist. Die Beobachtungen auf solchen Baustellen führen zum Schlusse, daß die in den letzten Jahren reichlich propagierten Rationalisierungsbestrebungen hier schwer mißverstanden und statt richtig als Bestrebungen zur Erhöhung der allseitigen Wirtschaftlichkeit der Arbeit aufgefaßt zu werden, mit Mechanisierung verwechselt wurden; diese Fehlauffassungen haben leider vielfach zu unzweckmäßigem Einsatz von Maschinen geführt. Bei Betrachtung der deutschen Baubetriebsverhältnisse im Hochbau darf man aber einen Umstand nicht außer acht lassen: Wo Akkordarbeit gestattet ist, sind für die wichtigen Arbeiten des Hochbaues die Akkordlöhne für einzelne Tarifgebiete durch den Tarifvertrag festgelegt. Dieser basiert auf der zurzeit üblichen Ausführungsmethode. Der Bauunternehmer kann daher Neuerungen, die sparend wirken, nicht einführen, weil er, durch die festen Akkordsätze gebunden, keinen Nutzen erzielen kann. Im übrigen bemüht sich die Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit,im Bau- und Wohnungswesen und das Deutsche Handwerksinstitut-Hannover, gerade in Unternehmerkreisen für bessere Organisation zu werben und das Verständnis für die dadurch zu erzielenden Kostenersparungen bei der Bauausführung zu wecken. Zusammenfassend kann man ruhig sagen, daß die österrei-chischen Baustellen auf gleicher organisatorischer Höhe stehen wie die in Deutschland.Wenn der Maschineneinsatz in Deutschland etwas größer ist als in Österreich, so hat dies eine dreifache Ursache:
  1. 1.

    Höhere Löhne als bei uns in Österreich,

     
  2. 2.

    eine große Industrie für Baumaschinen und

     
  3. 3.

    sind natürlich große Baustellen besonders dann, wenn Beton als Baustoff verwendet wird, viel besser für Maschinenverwendung geeignet, als die bei uns vorherrschenden kleinen Baustellen. Es wird also auch in Österreich ein wichtiges Augenmerk auf Verbesserung der Betriebsverhältnisse zu legen sein.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1931

Authors and Affiliations

  • Sepp Heidinger
    • 1
  1. 1.GrazÖsterreich

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