Befruchtung und Entwicklung des Eies

  • Hellmuth Winkler

Zusammenfassung

Die Befruchtungsmöglichkeiten sind nicht an jedem Tag des Zyklus gleich günstig, da sie ein befruchtungsfähiges Ei zur Voraussetzung haben. Die Ovulation, d. h. der Follikelsprung, ist beim Menschen zeitlich festgelegt. Sie erfolgt bei einer regelmäßig 28tägig menstruierenden Frau zwischen dem 14. und 16. Tag des Zyklus. Das Ei wird zwischen der 1. und 2. Reifeteilung aus dem Follikel ausgestoßen. Erst der eindringende Samenfaden wirkt als Reiz zur 2. Reifeteilung. Erfolgt nun die Befruchtung nicht und unterbleibt dadurch die Teilung, so degeneriert der in einem labilen Gleichgewichtszustand sich befindende Eikern. Da auch die Spermatozoen nur eine beschränkte Lebensdauer im weiblichen Genitale haben, sind die Möglichkeiten der Empfängnis um die Zeit des Follikelsprunges größer und nach der Menstruation wie unmittelbar vor ihr kleiner. Die Kenntnis dieser Dinge ist für die Behandlung der Unfruchtbarkeit bei fehlendem anatomischem Befund von Bedeutung. Neben einer generativen Funktion des Ovars, die speziell der Fortpflanzung dient, kommt ihm noch eine vegetative zu (R. Schröder). Die Träger der vegetativen Funktion sind die zu Beginn der Geschlechtsreife in großer Zahl angelegten Follikel, von denen ja nur ein geringer Teil sich zu Graafschen Follikeln entwickelt, während die übrigen im Verlauf der Geschlechtsreife atresieren. Von diesen nicht ausreifenden Follikeln geht die gewebsspannungs- und wachstumsfördernde Wirkung auf Gebärmutter, Eileiter und Scheide aus; sie bedingen die Größe, den Turgor und die aktive Beugehaltung des Uterus.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1940

Authors and Affiliations

  • Hellmuth Winkler
    • 1
  1. 1.Universitäts-FrauenklinikMarburg/L.Deutschland

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