Anzeichen der Schädigung des Kindes unter der Geburt

  • Hellmuth Winkler

Zusammenfassung

Die Herztöne des Kindes, die immer an der Stelle gehört werden, wo ein Kindsteil, in den meisten Fällen der Rücken, der Bauchwand anliegt, betragen 120–140 Schläge in der Minute. Sie sind also durch ihre Frequenz deutlich von dem mütterlichen Puls zu trennen und sind auch mit Nebengeräuschen, die vom mütterlichen Gefäßsystem (Aorta, Arteria uterina) fortgeleitet und manchmal mitgehört werden, nicht zu verwechseln. Die kindlichen Herztöne sind die einzigen Lebensäußerungen des Kindes, die in der Schwangerschaft und unter der Geburt uns einen sicheren Hinweis für seinen Zustand geben. Ihre Kontrolle ist deshalb in der Schwangerschaft und vor allem unter der Geburt wegen der mannigfachen Gefahren, die dem Kind dann drohen, besonders wichtig. In der Wehe pflegen die kindlichen Herztöne durch die Kompression des Schädelinnern der Frucht und damit auch der lebenswichtigen vegetativen Zentren verlangsamt oder beschleunigt zu sein. Die Auskultation in der Wehe ist deshalb kein sicheres Kriterium, wohl aber die Auskultation in der Wehenpause. Die Herztöne sollen deshalb immer nur in der Wehenpause, in der sie „sich erholen“, und dann auch nicht unmittelbar nach einer Wehe gehört werden. Werden die Herztöne leise, ändert sich ihre Schlagzahl, so daß ihre Frequenz unter 100 oder über 160 Schläge in der Minute beträgt, so besteht eine ernste Gefahr für das Leben des Kindes, und es ist unbedingt notwendig, deren Ursache zu ergründen, um die Therapie entsprechend einleiten zu können.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1940

Authors and Affiliations

  • Hellmuth Winkler
    • 1
  1. 1.Universitäts-FrauenklinikMarburg/L.Deutschland

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