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Gemeinfaßliche Belehrung über die ansteckende Blutarmut des Pferdes

  • Reichsgesundheitsamt

Zusammenfassung

Die ansteckende Blutarmut des Pferdes1) ist eine durch einen unbekannten Ansteckungsstoff verursachte, bald rasch (akut), bald langsam und schleichend (chronisch) verlaufende Allgemeinkrankheit mit wesentlicher Beteiligung des Blutes (Zerstörung der roten Blutkörperchen) und der mit der Blutbildung im Zusammenhang stehenden Organe: Milz, Lhmphknoten und Knochenmark. Der Ansteckungsstoff findet sich im Blute und wird durch den Urin, durch den Kot und mit der Milch aus dem Körper ausgeschieden; im Speichel und Schweiß ist der Ansteckungsstoff nicht enthalten. Damit hängt es zusammen, daß die Verschleppung der Krankheit nicht unmittelbar von Tier auf Tier, wie z. B. bei der Maul- und Klauenseuche, sondern mittelbar, durch Zwischenträgerersolgt. Rach den vorliegenden Ersahrungen ersolgt die Übertragung der Krankheit namentlich auf Weiden mit hohem Grundwasserstand, wo der ansteckende Harn nicht alsbald versickert, sondern lange an der Bodenoberfläche verbleiben und mit dem Grase ausgenommen werden kann, ferner in Ställen mit unhhgienischen Verhältnissen, wo die Möglichkeit besteht, daß gesunde Pferde Futter oder Masser aufnehmen, das durch den Harn eines Kranken Tieres verunreinigt ist. Bei Weidepferden kann die Krankheit rasch eine starke Ausbreitung erfahren. Diese Bindung der Verschleppungsmöglichkeit an besondere örtliche Verhältnisse erklärt das gehäufte Austreten der Krankheit auf bestimmten Weiden und in bestimmten Ställen. Die Verschleppung durch Zwischenträger wird dadurch begünstigt, daß der Ansteckungsstoff der ansteckenden Vlutarmut der Austrocknung und der Fäulnis (in Düngerjauche) monatelangwidersteht. Sehr widerstandsfähig ist der Ansteckungsstoff auch gegenüber Desinfektionsmitteln; durch Temperaturen von über 60° wird er zerstört.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

Authors and Affiliations

  • Reichsgesundheitsamt

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