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Die Vollständigkeit in der Erfüllung der sanitätspolizeilichen Anzeigepflicht von Diphtherieerkrankungen im Deutschen Reich

  • Kurt Pohlen

Zusammenfassung

Die Wirksamkeit der Bekämpfung der epidemischen Krankheiten ist im hohen Maße davon abhängig, daß die mit der Bekämpfung der Seuchen beauftragten Gesundheitsbehörden schnell genug eine zuverlässige Kenntnis über den jeweiligen Stand der Bewegung der Infektionskrankheiten erhalten. In den früheren Zeiten basierte die Diskussion über die Bewegung der Infektionskrankheiten im wesentlichen auf der Beobachtung der Sterbefälle, die der standesamtlichen Todesursachenstatistik entnommen wurden (im Deutschen Reich trifft dies auch heute noch für die Masern, Grippe, Keuchhusten und einige andere übertragbare Krankheiten zu). Weil die Ergebnisse der Todesursachenstatistik nur mit einem größeren Zeitaufwand zusammengestellt werden können, kommen sie für die praktische Verwertung zu spät zur Kenntnis der Gesundheitsbehörden, namentlich zu den zentralen Dienststellen und verlieren dadurch an Brauchbarkeit. Außerdem legt die moderne Bekämpfung das Hauptgewicht auf die schnelle Isolierung von Infektionsquellen, die nur dann möglich ist, wenn die Keimträger, d. h. die Erkrankten, bekannt sind. Überdies vermag die Todesursachenstatistik auch nur über einen Teil der Erkrankungen, nämlich über die mit tödlichem Ausgang Auskunft zu geben, bleibt also eine Mitteilung über die Morbidität und die Letalität schuldig. Zu diesem Zwecke sind für die wichtigeren Seuchen in fast allen Ländern Gesetze über die Anzeigepflicht erlassen, denen zufolge der behandelnde Arzt oder — falls ein solcher nicht zugezogen worden ist — eine andere verpflichtete Person (Haushaltungsvorstand) an die Gesundheitsbehörde eine Meldung über den Erkrankungsfall bzw. über den Todesfall zu erstatten hat. Aus diesen Meldungen von festgestellten Erkrankungsfällen an Neuerkrankungen wird die Grundlage für die Statistik der anzeigepflichtigen Krankheiten gewonnen, die für das Deutsche Reich allwöchentlich im Reichsgesundheitsblatt veröffentlicht wird.1

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

Authors and Affiliations

  • Kurt Pohlen

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