Die Eheschließungen nach dem Trauungs- und Wohnort

  • Kurt Pohlen

Zusammenfassung

Die Eheschließungen nach dem Trauungs- und Wohnort und die Nachweisungen der örtlichen Eheschließungshäufigkeit mangeln im allgemeinen. daran, daß aus ihnen nur der Ort der standesamtlichen — oder kirchlichen — Beurkundung einer eingegangenen Ehe hervorgeht. Da aber die Eheschließung ein bevölkerungsdynamischer Vorgang von zwei Individuen ist, die unter Umständen zwei verschiedenen örtlichen Erhebungsmaßen angehören, muß aus der Heiratshäufigkeit innerhalb eines enger umgrenzten Beobachtungsgebietes nicht notwendigerweise das Ausmaß des wirklichen Heiratswillens des unverehelichten Teiles der in Frage stehenden Bevölkerung hervorgehen. Man muß bedenken, daß zwei Brautleute, die in verschiedenen Orten ansässig sind, ihre Ehe entweder am Wohnort des einen oder auch an dem des anderen Ehepartners und schließlich auch noch an einem dritten Ort, etwa dem zukünftigen Wohnort, schließen können. Nur unter der Bedingung, daß innerhalb eines geschlossenen Stadt- oder Landbezirks die Zahl der ortsfremden Personen, die zum Zweck der Eheschließung in das betreffende Erhebungsgebiet kommen, für jedes einzelne Geschlecht ungefähr ebenso groß ist wie die Zahl der Ortsansässigen, die den Willen zur Ehe vor dem Standesbeamten eines anderen Ortes erklären, kann die örtlich gegliederte Zahl der Eheschließungen in bezug auf die gesamte oder ledige Wohnbevölkerung einen Erkenntnisinhalt für die Beurteilung der lokalen Heiratshäufigkeit gewinnen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

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  • Kurt Pohlen

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