Die Bewegung der Kinderlähmungserkrankungen in Württemberg während der Epidemie vom Jahre 1935

  • Kurt Pohlen

Zusammenfassung

Während des Jahres 1935 wurden vor allem die süddeutschen Gebietsteile, an der Spitze Wurttemberg mit 1,22 Erkrankungsfällen je 10000 Einwohner (Baden 0,46‱ und Bayern 0,26‱), betroffen. Im ganzen Jahr sind in Württemberg 328 Erkrankungsfälle, in Bayern 203 und in Baden 111 an Kinderlähmung erfolgt, die einen hohen Anteil der insgesamt 2080 gemeldeten Poliomyelitisfälle ausmachen. Während die Bewegung der Kinderlähmung mit einer überraschenden Regelmäßigkeit um die Wende der Monate September/Oktober ihren Höhepunkt hat und eine nach beiden Seiten nahezu symmetrische Häufigkeitsverteilung aufweist, ist im Jahre 1935 durch die völlig anders gelagerte Bewegung in Württemberg die jahreszeitliche Bewegung des Deutschen Reichs merklich verändert worden. Stellt man nun, wie in der nachstehenden Abbildung, die Bewegung der Erkrankungsfälle von Württemberg denen des übrigen Deutschen Reiches gegenüber (wobei den württembergischen Zahlen noch die von Baden als beeinflußtes Epidemiegebiet zugerechnet werden), so erkennt man deutlich, daß die Bewegung im übrigen Deutschen Reich, ohne Württemberg und Baden, wieder die übliche Form der Bewegung zeigt, mit einer Ende September, Anfang Oktober gegipfelten Kurve, während der Höhepunkt der südwestdeutschen Epidemie in der zweiten Augustwoche lag und von da ab nach einem steilen Anstieg schwach, d. h. asymmetrisch zurückging.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

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  • Kurt Pohlen

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