Die Gebrechlichen in Estland 1922 und 1934

  • Kurt Pohlen

Zusammenfassung

Zu den Ländern, die regelmäßig im Zusammenhang mit der allgemeinen Volkszählung auch eine Erfassung der Gebrechlichen vornehmen, gehört Estland, das über die Zahl und die Gliederung der Blinden, Taubstummen, Ertaubten sowie bestimmter Gruppen von körperlichen Gebrechen nach dem Stande vom 1. III. 1934 und 28. XII. 1922 berichtet. Bei einer Gesamtbevölkerung am 1. III. 1934 von 1,126 Millionen Personen wurden 2057 Blinde, das sind 18,3 auf 10000 Einwohner gezählt. Auf die männlichen Einwohner entfielen 14,6‱ Blinde, auf die weiblichen 21,5‱. Die entsprechenden Ziffern betrugen 1922 bei der Gesamtbevölkerung 19,6, bei den Männern 15,7 und bei den Frauen 23,1‱. Nach den Ergebnissen der Reichsgebrechlichenzählung vom Jahre 1925 kamen in Deutschland auf 10000 Einwohner nur 5,3 Blinde (Männer: 6,3 und Frauen: 4,4). Der große Unterschied zwischen den beiden Ländern, dem zufolge die Häufigkeit der Blinden rund 3 1/2mal so groß ist als im Deutschen Reich, muß zum Teil auch auf eine verschiedenartige Umgrenzung des Begriffes der Blindheit zurückgeführt werden. So ist in Deutschland die heilbare Blindheit, z. B. zur Zeit noch nicht operierter grauer Altersstar, nicht aufgenommen worden. Es scheint aber, daß diese Blinden in der estnischen Statistik enthalten sind, da die Blindenhäufigkeit in den höheren Altersstufen eine außerordentliche Steigerung aufweist.

Literatur

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1936

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  • Kurt Pohlen

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