Advertisement

Wirkstoffe: Hormonchemie

  • Paul Walden

Zusammenfassung

Unter den Stoffklassen, deren Namen, Wirkung und Verbreitung noch um die Wende des XIX. Jahrhunderts unbekannt waren, die aber in den letzten Jahrzehnten zu einer immer zunehmenden Bedeutung gelangt sind und die chemische Forschung immer mehr angespornt haben, nehmen die Hormone und Vitamine wohl die erste Stelle ein. Bei ihnen handelt es sich um Stoffe, die in außerordentlich geringen Konzentrationen im Organismen-Reich vorkommen, zugleich außerordentlich verbreitet sind und schon in den minimalsten Mengen (gleichsam in homöopathischer Verdünnung) eine außerordentliche Aktivität im lebenden Organismus entfalten. Für die chemische Forschung entstanden hieraus besondere Aufgaben und Schwierigkeiten; es galt, die bisherigen chemischen Arbeitsmethoden sowohl zu einer künstlerischen Feinarbeit als auch zu einer präparativen Kleinarbeit umzubilden, es galt, mengenmäßig und apparativ von der Makrochemie zu einer Mikrochemie überzugehen, ura mit den geringsten Mengen die genauesten Ergebnisse für die Zusammensetzung und die chemische Konstitution zu erreichen, um dann den Weg der Synthese zu beschreiten. Erwägt man die enormen Schwierigkeiten bei der Anreicherung und Reindarstellung der Versuchsobjekte und hält diesen gegenüber die bisher erreichten Resultate, so muß man zugeben, daß die moderne Chemie in der stofflichen Bewältigung und Erforschung gerade dieser organischen Naturstoffe eine historische Arbeits- und Leistungsperiode eingeleitet hat. beben den altbewährten chemischen Verfahren kamen neuartige physiko-chemische und physikalische, sowie biochemische Prüfungsmethoden auf, die notwendig waren, um überhaupt in dieses Reich der Kryptostoffe einzudringen. Die Entdeckung und Isolierung dieser verborgenen Stoffe der organischen Natur weist manche Vergleichspunkte mit der Entdeckung der so lange verborgen gebliebenen Edelgase (Argon-Helium bis KryptonXenon-Emanation) in unserer anorganischen luftförmigen Alltagsumwelt dar. Waren doch hier wie dort schon frühzeitig Anzeichen für besondere Wirkungen bekannt und Vermutungen über besondere Stoffe geläufig, doch hier wie dort scheiterte das „Materialisieren“ dieser „Brunnengeister“ usw. und Wirkungen an der Unzulänglichkeit der Isolierungs- und Erkennungsmethoden der früheren Experimentalchemie.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. C. Funk, Die Vitamine. 3. Aufl. 1924.Google Scholar
  2. H. Lettré und K. H. Inhoffen: tïber Sterine, Gallensäuren und verwandte Naturstoffe. Stuttgart: Ferdinand Enke 1936.Google Scholar
  3. L. F. Fieser: The chemistry of natural products related to phenanthrene. New York: Reinhold Publishing Corporation. 1936.Google Scholar
  4. F. Seitz, Darstellung der Vitaminpräparate. 1939.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1941

Authors and Affiliations

  • Paul Walden

There are no affiliations available

Personalised recommendations